Einzigartiges Kriegs-Museum in Wittstock: Europas erstes seiner Art
Einzigartiges Kriegs-Museum in Wittstock

Die Alte Bischofsburg in Wittstock, ein mächtiges Bauwerk aus dem 13. Jahrhundert, ist heute Sitz des europaweit ersten Museums zum Dreißigjährigen Krieg. Der 32 Meter hohe Turm der Burg, der weithin sichtbar ist, dient als Wahrzeichen der Stadt und beherbergt seit 1998 eine einzigartige Ausstellung. Diese widmet sich dem verheerenden Krieg von 1618 bis 1648, der auch vor den Toren Wittstocks tobte – insbesondere in der Schlacht bei Wittstock 1636, als die Schweden die kaiserlichen Truppen besiegten.

Museum des Dreißigjährigen Krieges

Das Museum zeigt originale Waffen, Ausrüstungen und bietet gut aufbereitete Hintergrundinformationen zu Ursachen, Verlauf und den Leiden der Bevölkerung. Es werden thematische Führungen wie „Alltag im Dreißigjährigen Krieg“ oder „Historische Schulstunden um 1900“ angeboten. Die Tourist-Information empfiehlt: „Die Ausstellung sollte jeder einmal gesehen haben.“

Historische Stadtmauer und Sehenswürdigkeiten

Wittstock beeindruckt zudem mit seiner einzig erhaltenen geschlossenen Backsteinmauer Deutschlands, die auf einer Länge von knapp 2,5 Kilometern die Altstadt umschließt. Die Mauer, deren Bau 1244 begann, ist zwischen vier und sieben Meter hoch. Die Stadt ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ Brandenburgs. Weitere Highlights sind der Dosseteich mit faszinierenden Farb- und Wasserspielen sowie die slawischen Ursprünge der Siedlung.

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Geschichte und Entwicklung

Wittstock wurde 946 erstmals erwähnt und erhielt 1248 das Stendaler Stadtrecht. Die Burg diente den Bischöfen von Havelberg von 1271 bis 1548 als Residenz. Im Laufe der Jahrhunderte erlebte die Stadt Erdbeben (1410), verheerende Brände (1495) und die Pest (1638), der die Hälfte der Bevölkerung zum Opfer fiel. Nach der Reformation endete die Herrschaft des Bistums 1550. In der DDR-Zeit war Wittstock Kreisstadt und Standort des VEB Obertrikotagenwerks „Ernst Lück“, das 1989 mit 2800 Beschäftigten der größte Arbeitgeber war. Der Dokumentarfilmer Volker Koepp drehte hier von 1975 bis 1997 den preisgekrönten Wittstock-Zyklus über Arbeiterinnen des Werks.

Lage und Erreichbarkeit

Die Stadt an der Dosse wird als „Tor zur Mecklenburgischen Seenplatte“ bezeichnet. Mit der Bahn ist Wittstock per Regionalexpress von Berlin in rund 100 Minuten erreichbar. Über die Autobahn A24 (Berlin–Hamburg) nutzt man die Abfahrt Wittstock, von der A19 (Rostock–Wittstock) die Abfahrt Pritzwalk. Mit rund 420 Quadratkilometern Fläche gehört Wittstock zu den größten Städten Deutschlands – München ist kleiner, Berlin nur doppelt so groß.

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