Wien steht vor einer der größten Sicherheitsherausforderungen seiner Geschichte: Der Eurovision Song Contest (ESC) lockt Zehntausende Besucher an, doch die Stimmung ist angespannt. Die Polizei rechnet besonders am Finaltag, dem 16. Mai, mit Stör- und Blockadeaktionen. Eine Demonstration mit rund 3.000 erwarteten Teilnehmern aus dem pro-palästinensischen Umfeld ist bereits angemeldet, wie Einsatzleiterin Xenia Zauner von der Landespolizeidirektion Wien mitteilt. Weitere Aktionen, auch aus dem Ausland, seien zu erwarten.
Umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen
Die österreichischen Behörden haben ein dichtes Sicherheitsnetz gespannt. Täglich sind mehrere Hundert Polizisten in Uniform und in Zivil im Einsatz, unterstützt von der Spezialeinheit Cobra. Besonders im Bereich Cybersicherheit arbeiten die Behörden mit dem FBI zusammen, das in New York eine eigene Taskforce für die ESC-Woche eingerichtet hat, erklärt Vizepräsident Dieter Csefan.
Kontrollen und Überprüfungen
Bis zum Beginn des ESC werden rund 16.000 Menschen überprüft, die in irgendeinem Zusammenhang mit dem Mega-Event stehen. Das betrifft vor allem Mitarbeiter privater Sicherheitsdienste. Die Stadthalle gleicht einer Hochsicherheitszone: Sprengstoffspürhunde sind im Einsatz, und auch die Garagen im Umfeld werden kontrolliert. Autofahrer müssen mit Überprüfungen rechnen. Im ESC-Village am Rathausplatz sind an den Halbfinal- und Finaltagen bis zu 30.000 Menschen erwartet. Auch hier gilt ein striktes Taschenverbot.
Angespannte politische Lage
Die Stimmung rund um den Song Contest ist seit Monaten aufgeladen. Fünf Länder boykottieren den Wettbewerb aus Protest gegen das Vorgehen Israels im Gazastreifen und dessen ESC-Teilnahme. In Österreich herrscht seit dem Terrorangriff der islamistischen Hamas im Oktober 2024 die zweithöchste Sicherheitsstufe. Eine konkrete Terrorgefahr gebe es jedoch nicht, so die Behörden.
Der Ablauf des ESC
Der 70. ESC beginnt am 10. Mai mit dem Einzug der Delegationen ins ESC-Village. Die Halbfinals finden am 12. und 14. Mai statt, das Finale am 16. Mai, das voraussichtlich rund 170 Millionen Zuschauer verfolgen werden. Nach dem Sieg des Countertenors JJ in Basel ist Wien zum dritten Mal Austragungsort. Österreich wird durch den 19-jährigen Sänger Cosmó mit dem Song „Tanzschein“ vertreten, Deutschland durch Sarah Engels mit „Fire“.



