Nach dem Ausbruch des Hantavirus an Bord des Kreuzfahrtschiffs "Hondius" mit drei Todesopfern hat Spanien dem Schiff das Anlaufen eines Hafens auf den Kanarischen Inseln gestattet. Wie das spanische Gesundheitsministerium in Madrid mitteilte, erfolgte diese Entscheidung in Abstimmung mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Europäischen Union auf der Grundlage internationalen Rechts und humanitärer Prinzipien.
Das kleine Kreuzfahrtschiff, das insgesamt knapp 150 Menschen an Bord hat, war im Süden Argentiniens gestartet und ankert derzeit vor der Küste von Kap Verde. Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) untersucht das Schiff derzeit intensiv, um festzustellen, welche Personen dringend von Kap Verde aus evakuiert werden müssen. Die übrigen Passagiere sollen mit dem Schiff zu den Kanarischen Inseln weiterreisen, wo sie voraussichtlich in drei bis vier Tagen eintreffen werden.
Drei Todesopfer bestätigt
Bislang sind drei Passagiere der unter niederländischer Flagge fahrenden "Hondius" gestorben: ein älteres niederländisches Ehepaar und eine Frau aus Deutschland. Nach Angaben des Schiffsbetreibers Oceanwide Expeditions stammen sieben Passagiere aus Deutschland, darunter die verstorbene Frau. Wie die Mediengruppe Bayern berichtet, handelt es sich um eine 78-jährige Frau aus Passau. Auch ein Crewmitglied kommt aus Deutschland. Die WHO geht derzeit von insgesamt sieben Erkrankungsfällen aus.
Gesundheitspersonal ging am Dienstag an Bord des Schiffes, um die Situation zu beurteilen und medizinische Hilfe zu leisten. Die WHO erklärte, dass Kap Verde, ein kleiner Inselstaat vor Westafrika, diesen Einsatz nicht selbst durchführen könne. Daher seien die Kanarischen Inseln der nächstgelegene Ort mit den notwendigen Kapazitäten. Spanien habe eine moralische und rechtliche Verpflichtung, diesen Menschen zu helfen, darunter auch mehrere spanische Staatsbürger.
Arzt wird ausgeflogen
Die Regierung in Madrid stimmte auch zu, dass der Arzt der "Hondius", der sich in kritischem Zustand befindet, in den kommenden Stunden mit einem Lazarettflugzeug auf die Kanarischen Inseln geflogen wird. Der genaue Hafen auf den Kanaren, den das Kreuzfahrtschiff anlaufen wird, steht noch nicht fest. Dort angekommen, sollen Besatzung und Passagiere untersucht, gegebenenfalls medizinisch versorgt und in ihre Heimatländer zurückgebracht werden.
Drei Infizierte werden in die Niederlande geflogen
Das niederländische Außenministerium teilte mit, dass drei Erkrankte von Bord geholt und in die Niederlande ausgeflogen werden sollen. Zu ihnen gehört ein Niederländer. Dies solle "so schnell wie möglich geschehen". Die WHO vermutet, dass die Infektionskette von dem verstorbenen niederländischen Ehepaar ausging, das sich vor der Einschiffung in Argentinien an Land angesteckt haben könnte.



