Höhlendrama auf der Alb: Leiche von Wanderer geborgen
Höhlendrama auf der Alb: Leiche geborgen

Nach einem tragischen Vorfall in der Falkensteiner Höhle auf der Schwäbischen Alb haben Einsatzkräfte die Leiche eines Mannes geborgen. Die Bergung war äußerst aufwändig und zog sich über Stunden hin. Die letzten Rettungskräfte verließen die Höhle erst gegen 21.00 Uhr, wie ein Polizeisprecher mitteilte.

Medizinischer Notfall in der Tiefe

Der Mann war mit einer Gruppe von sechs Besuchern und drei Tourguides am Feiertag in die Höhle eingestiegen. Nach Angaben des Bürgermeisters von Grabenstetten, Patrick Docimo, befand sich die Gruppe bereits rund 1.300 Meter tief in dem Höhlensystem, als der medizinische Notfall eintrat. Die Gruppe und die Guides konnten die Höhle zuvor verlassen, der Mann jedoch starb noch im Inneren.

Schwierige Rettungsbedingungen

Die Bergung gestaltete sich aufgrund der unwegsamen Lage äußerst schwierig. Die Höhle ist nur zu Fuß über zerklüftetes Gelände erreichbar. Allein der Weg zum Verunglückten dauerte etwa eineinhalb Stunden. Im Inneren der Höhle müssen Höhenunterschiede von mehreren Metern überwunden werden, und es gibt keinen Funkempfang. Bergwacht und Rettungsdienst waren mit Spezialkräften im Einsatz.

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Beliebte, aber gefährliche Höhle

Die Falkensteiner Höhle ist eine der bekanntesten Höhlen der Schwäbischen Alb. Der Eingang wirkt wie ein Schlund in einer Steinwand, im Inneren ist es stockdunkel, verwinkelt und nass. Es handelt sich um eine aktive Wasserhöhle, aus der der Fluss Elsach entspringt. Seit 2018 ist der Zugang wegen der Gefahr plötzlicher Hochwasser offiziell verboten und nur mit einer Ausnahmegenehmigung der Gemeinde Grabenstetten möglich.

Vorgeschichte von Rettungseinsätzen

Die Höhle war bereits mehrfach Schauplatz spektakulärer Rettungsaktionen. Erst im Mai des Vorjahres wurden zwei Männer vom Wasser überrascht und eingeschlossen. Besondere Aufmerksamkeit erregte ein Einsatz im Sommer 2019, als ein Führer und sein Kunde nach starken Regenfällen rund 650 Meter vom Eingang entfernt festsaßen und erst nach 24 Stunden befreit werden konnten.

Genehmigungspflicht und Versicherungsnachweis

Um eine Genehmigung zum Betreten der Höhle zu erhalten, müssen Höhlengänger nachweisen, dass sie oder der Touranbieter über eine Versicherung verfügen, die Bergungskosten übernimmt. Diese Verordnung wurde nach der Rettung eines Mannes aus der Falkensteiner Höhle im Jahr 2015 eingeführt, wie der Rathauschef erklärte.

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