Sanierung der Marienburg: Hangsicherung beginnt im Juni
Pattensen - Die Sanierung der einsturzgefährdeten Marienburg südlich von Hannover, bekannt als Drehort der Teenie-Serie „Maxton Hall“, macht Fortschritte. Nach der Notsicherung des maroden Laubengangs soll im Juni die Sicherung des darunter liegenden Hangs beginnen, wie Architekt und Generalplaner Lennart Hellberg mitteilte. Der Sandsteinhang erhält eine Betonschale, um die Standfestigkeit zu gewährleisten.
Bereits am Pfingstwochenende wird das Schloss für Besucher geöffnet, kündigte Mario Mathias Ohle, Vorstand der Stiftung Schloss Marienburg, an. In Gruppen von maximal 30 Personen sollen Gäste durch das historische Gebäude geführt werden. Die Stiftung ist Eigentümerin des Schlosses.
Millionenschwere Sanierung und neue Perspektiven
Seit Jahren stehen 27,2 Millionen Euro von Bund und Land für die Sanierung des weitgehend gesperrten Schlosses bereit. Ziel ist es, bis 2030 den Regelbetrieb wieder aufzunehmen, sagte Niedersachsens Kulturminister Falko Mohrs (SPD). Zusätzlich gebe es eine Zusage über 500.000 Euro vom Bund zur Restaurierung von Möbeln und Gemälden. Im Fokus der Bauarbeiten stehen Statik und Standfestigkeit.
Vor der Schließung besichtigten jährlich bis zu 120.000 Menschen das Schloss auf der Anhöhe nahe Pattensen. Seit die Marienburg Kulisse der international erfolgreichen Serie „Maxton Hall“ ist, steigt das touristische Interesse weiter.
Verhandlungen über dauerhafte Öffnung
Die Stiftung verhandelt derzeit mit der Region Hannover über eine dauerhafte Nutzung des Schlosses, erklärte Ohle. Angestrebt wird eine eingeschränkte Nutzungsgenehmigung parallel zu den Bauarbeiten. Einen konkreten Zeitplan gebe es nicht, aber Ohles Absicht sei es, in einem Jahr wieder zu öffnen. Vorübergehende Öffnungen mit Ausnahmegenehmigung finden bereits statt.
Ohle zufolge sind vor allem die Balkenenden an den Dachkanten marode; oberhalb des ersten Obergeschosses sei der Zustand der Balken „erbärmlich“. Ein Museum im Erdgeschoss werde jedoch räumlich getrennt von den Dach-Arbeiten eingerichtet. Hellberg kündigte zudem einen neuen Belag für die Terrasse an.
Bei der Sonderöffnung zu Pfingsten sollen neben Rittersaal, Bibliothek und Prinzessinnensalon auch die Sanierungsarbeiten präsentiert werden, sagte Restauratorin Christine Fiedler. „Wir wollen, dass möglichst viele Menschen die Marienburg erleben können“, betonte Mohrs. Das neugotische Bauwerk diente auch als Kulisse für Produktionen wie „Die Schule der magischen Tiere“.



