NRW-Hochschulen: Chance trotz fehlendem Abiturjahrgang 2026
NRW-Hochschulen: Chance trotz fehlendem Abiturjahrgang

In Nordrhein-Westfalen steht den Hochschulen ein besonderes Jahr bevor: 2026 fällt aufgrund der Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium (G9) ein ganzer Abiturjahrgang aus. Dies bedeutet, dass deutlich weniger Studienanfänger die Universitäten und Hochschulen des Landes bevölkern werden. Im Gespräch mit unserer Redaktion erläutert Bernd Kriegesmann, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz NRW, welche Konsequenzen dies hat und warum diese Entwicklung auch eine Chance darstellt.

Wen trifft der Wegfall des Jahrgangs?

Kriegesmann betont, dass nicht alle Hochschulen gleichermaßen betroffen sein werden. „Einzelne Standorte und Fächer werden überproportional betroffen sein“, erklärt er. Besonders stark könnte der Rückgang in Fächern mit ohnehin geringer Nachfrage oder an kleineren Hochschulen spürbar sein. In den Massenfächern wie Betriebswirtschaftslehre oder Maschinenbau sei der Effekt hingegen geringer, da dort die Nachfrage traditionell hoch ist.

Chance für mehr Qualität

Trotz der Herausforderungen sieht Kriegesmann auch positive Aspekte. „Vielleicht findet man dieses Jahr auch mit schlechterer Schulnote einen Studienplatz bei uns“, sagt er. Die leeren Hörsäle könnten genutzt werden, um die Lehre zu verbessern und mehr individuelle Betreuung zu ermöglichen. Zudem bestehe die Möglichkeit, neue Studienformate zu erproben und die Digitalisierung der Lehre voranzutreiben.

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Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt

Die geringere Zahl an Studienanfängern könnte langfristig zu Engpässen auf dem Arbeitsmarkt führen, insbesondere in Berufen mit hohem Akademikerbedarf. Kriegesmann appelliert daher an die Politik, die Hochschulen in dieser Übergangsphase zu unterstützen und flexible Lösungen zu ermöglichen. Gleichzeitig ruft er die Schulen dazu auf, die Schüler frühzeitig über alternative Bildungswege wie duale Studiengänge oder Berufsausbildungen zu informieren.

Insgesamt bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt. Fest steht, dass die Hochschulen in NRW vor einer besonderen Herausforderung stehen, die aber auch neue Perspektiven eröffnet.

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