Gut ein Jahr vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen gerät die schwarz-rote Bundesregierung auch im bevölkerungsreichsten Bundesland unter Druck. Eine exklusive Insa-Umfrage für BILD zeigt: CDU und SPD verlieren an Zustimmung, während die AfD deutlich zulegt. Selbst der beliebte Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) kann diesen Trend nicht stoppen.
CDU verliert zwei Prozentpunkte
Wäre bereits am kommenden Sonntag Landtagswahl, käme die CDU in NRW auf 34 Prozent der Stimmen. Das sind zwei Prozentpunkte weniger als bei der vorherigen Insa-Umfrage. Damals hatte die Wüst-CDU mit 36 Prozent noch ein leichtes Plus im Vergleich zur Landtagswahl 2022 erzielt. Der Rückgang zeigt, dass die CDU auch in NRW unter den bundespolitischen Entwicklungen leidet.
SPD und AfD fast gleichauf
Die SPD fällt in der Umfrage auf 18 Prozent – ein Minus von einem Prozentpunkt zur Vorgängerbefragung und sogar knapp neun Punkte weniger als bei der NRW-Wahl 2022. Knapp dahinter liegt die AfD mit 17 Prozent. Die rechtspopulistische Partei, die bei der Landtagswahl 2022 nur auf 5,4 Prozent kam, würde damit drittstärkste Kraft im Düsseldorfer Landtag.
Die Grünen liegen mit 15 Prozent auf Platz vier, können aber drei Punkte im Vergleich zur letzten Umfrage zulegen. Ihr starkes Landtagswahlergebnis von 18 Prozent verfehlen sie jedoch deutlich. Die Linke würde mit 9 Prozent erstmals in den Landtag einziehen. Die FDP hingegen müsste mit nur 4 Prozent den Einzug ins Parlament verpassen – eine schlechte Nachricht für Landeschef Henning Höne, der gegen Wolfgang Kubicki um den Bundesvorsitz kämpft.
Wüst bleibt beliebt, Koalition möglich
Trotz der Verluste könnte Hendrik Wüst Ministerpräsident bleiben. Seine schwarz-grüne Koalition käme auf 49 Prozent. Auch bei einer Direktwahl des Ministerpräsidenten hätte Wüst deutlich die Nase vorn: 37 Prozent würden ihn wählen, Herausforderer Jochen Ott (SPD) nur 10 Prozent. Allerdings möchten 29 Prozent der Befragten keinen der beiden als Regierungschef sehen, der Rest hat keine Meinung.
Stammwähler fremdeln mit Grünen
Ein Problem für Wüst, der immer wieder als möglicher Nachfolger von Bundeskanzler Friedrich Merz gehandelt wird, ist die mangelnde Begeisterung der eigenen Stammwähler für den grünen Koalitionspartner. Insa-Chef Hermann Binkert erklärt: „CDU-Wähler haben häufiger lieber die SPD als die Grünen mit an der Regierung. Und die Grünen-Wähler sehen lieber die SPD als die CDU in der Regierung.“
Zudem sind CDU und SPD beim maximal möglichen Stimmenpotential nahezu gleichauf: 49 Prozent für die CDU, 48 Prozent für die SPD. Binkert betont: „Der Wahlausgang in NRW ist völlig offen. Wüst zieht, aber nicht mehr so wie früher.“



