Oktoberfest 2026: Neue Sicherheitsregeln und Zeltstreit
Oktoberfest 2026: Neue Regeln und Zeltvergabe-Streit

Das Oktoberfest 2026 steht im Zeichen von Veränderungen. Nach einer Massenpanik im Vorjahr werden die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Zudem gibt es einen erbitterten Streit um die Vergabe der großen Festzelte, und die Oide Wiesn erhält ein neues Konzept, um wieder mehr Besucher anzulocken.

Neue Sicherheitsregeln nach Massenpanik

Am 27. September 2025 hatte sich während des Reservierungswechsels auf der Höhe von Augustiner- und Hackerzelt, Schottenhamel und Bräurosl eine große Menschenmenge gebildet. Die Festleitung reagierte mit Lautsprecherdurchsagen und forderte die Besucher auf, das Gelände zu verlassen. Dies löste bei vielen Panik aus. Die Betreiber der Zelte und Buden waren größtenteils nicht über die Lage informiert. Nach etwa einer Stunde hatte sich die Situation beruhigt.

Um solche Vorfälle zu vermeiden, wird es in diesem Jahr ein gezieltes Crowdspotting geben. Eigenes Personal soll die Menschenmengen permanent überwachen und bei Bedarf frühzeitig eingreifen. Zudem wird das Beobachtungsmanagement im Servicezentrum optimiert. Die Betreiber der Fahrgeschäfte, Buden und Zelte werden stärker in die Prozesse eingebunden.

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Lockerung der Anwesenheitspflicht

Eine weitere Änderung betrifft die Betriebsvorschriften. Der Paragraph 26 zur allgemeinen Betriebs- und Anwesenheitspflicht der Betreiber wurde gelockert. Sie dürfen ihre Zelte, Fahrgeschäfte oder Buden außerhalb der Anlieferungszeit verlassen. Die Betriebspflicht während der Öffnungszeiten bleibt jedoch bestehen, betont Wiesn-Chef Christian Scharpf (SPD).

Streit um Zeltvergabe

Der Wirt der Münchner Stubn, Alexander Egger, stellt die Vergabepraxis der Stadt infrage und hat einen Nachprüfungsantrag gestellt. Er betreibt zwar auch 2026 die Münchner Stubn, möchte aber eines der großen Zelte wie Paulaner oder Bräurosl übernehmen. Das Paulaner Festzelt geht in diesem Jahr an das Ehepaar Lorenz und Christine Stiftl, die Bräurosl bleibt bei Peter Reichert. Die Vergabe erfolgt über ein Punktesystem, das Egger als ungerecht empfindet. Er fordert eine Vergabe nach europäischem Recht. Seine Anwälte haben angekündigt, bis zur letzten Instanz zu gehen. Das Verfahren wird sich voraussichtlich hinziehen, daher sind alle Beschlüsse für die kommende Wiesn mit dem Vermerk "unter Vorbehalt" versehen.

Wechsel in der Schützenlisl

Da die Stiftls zuvor die Schützenlisl auf der Oidn Wiesn betrieben haben, gibt es auch dort einen Wechsel. Das neue Betreiber-Trio besteht aus Michael Bietsch, Florian Fendt und Manfred Kneifel. Sie übernehmen das Zelt und das Konzept von ihrem Vorgänger. Eine wichtige Änderung: Statt Augustiner wird in der Schützenlisl künftig Hacker-Pschorr ausgeschenkt.

Neues Konzept für die Oide Wiesn

Die Besucherzahlen auf der Oidn Wiesn sind seit den Corona-Jahren rückläufig. Obwohl viele Besucher vorab Online-Tickets kauften, bildeten sich lange Schlangen am Einlass, da jeder Gast ein Einlassbändchen erhielt. Zur Beschleunigung wird es nun einen eigenen Eingang für Gäste mit QR-Code geben. Der Eintritt kostet vier Euro, Kinder unter 14 Jahren und Schwerbehinderte haben freien Eintritt. Eine Dauerkarte gibt es nicht, aber einen Mengenrabatt: Wer zehnmal bezahlt, darf zwölfmal auf die Oide Wiesn.

Formale Hürde

Die Beschlüsse sollten eigentlich in der Vollversammlung am Dienstag durchgewunken werden. Aufgrund eines formalen Fehlers in der Stadtverwaltung wurden die Stadträte jedoch informiert, dass die Abstimmung erst am 11. Mai stattfinden kann. Die Zustimmung gilt im Rathaus jedoch als Formsache.

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