Landkreis Ludwigslust-Parchim startet Zukunftsplanung mit Perspektivplan bis 2031
Der Kreistag des Landkreises Ludwigslust-Parchim hat in seiner Sitzung am 26. März 2026 einen bedeutenden Beschluss gefasst: Die Entwicklung eines umfassenden Perspektivplans für die Jahre 2027 bis 2031 wurde einstimmig beschlossen. Dieser strategische Plan soll unter der Leitung von Landrat Stefan Sternberg (SPD) durch die Kreisverwaltung erarbeitet werden und Anfang 2027 dem Kreistag sowie seinen Fachausschüssen zur ausführlichen Beratung vorgelegt werden.
Breite Beteiligung und externe Expertise
Ein zentrales Element des Vorhabens ist die umfassende Einbindung verschiedener Akteure. Neben der Kreisverwaltung sollen externe Fachleute, wirtschaftliche Akteure sowie gesellschaftliche Erfahrungsträger aktiv in den Entwicklungsprozess eingebunden werden. Landrat Stefan Sternberg betonte dazu: „Wir wollen den Plan für einen überschaubaren Zeitraum entwickeln, um gemeinsam realistisch handlungsfähig zu bleiben.“ Zusätzlich werden spezielle Begleitgremien eingerichtet, die sich aus Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Gesellschaft zusammensetzen und den gesamten Entwicklungsprozess beratend unterstützen sollen.
Drei zentrale Dimensionen: Wirtschaft, Leben und Soziales
Der Perspektivplan konzentriert sich auf drei wesentliche Bereiche: den Wirtschaftsraum, den Lebensraum und den Sozialraum. Ziel ist es, die vorhandenen Ressourcen im Landkreis systematisch zu sammeln, zu bewerten und daraus eine klare Orientierungshilfe für zukünftige Investitionen, politische Schwerpunktsetzungen und notwendige Veränderungen zu entwickeln. Margret Seemann, Fraktionsvorsitzende der aus SPD, Linke, VAH und WLD zusammengeschlossenen ZLP, erklärte: „Ziel ist nicht, mit dem Plan fertige Lösungen für aktuelle Herausforderungen zu präsentieren, sondern einen konkreten Fahrplan festzulegen.“
Kritische Stimmen und konstruktive Einwände
Nicht alle Fraktionen stehen dem Vorhaben uneingeschränkt positiv gegenüber. Ulrike Seemann-Katz von den Grünen äußerte sich kritisch und sieht in dem Perspektivplan einen Versuch, neue Schwerpunktthemen im Landkreis zu etablieren, der möglicherweise an der bestehenden Politik und dem Kreisentwicklungskonzept vorbeiarbeiten könnte. Dennoch betonte sie, dass auch ihre Fraktion sich der Zukunft nicht verschließen und aktiv an der Gestaltung mitwirken wolle.
Verhältnis zum bestehenden Kreisentwicklungskonzept
Die CDU-Fraktion unterstrich, dass der neue Perspektivplan und das bereits bestehende Kreisentwicklungskonzept nicht in Konkurrenz zueinander stehen. Christian Geier, Fraktionsvorsitzender der CDU, erläuterte: „Der Zweck des 2014 angestoßenen Kreisentwicklungskonzepts war die Entwicklung einer gemeinsamen Zielstellung für die mit der Kreisgebietsreform 2011 verbundenen ehemaligen Kreise Ludwigslust und Parchim.“ Da dieser Prozess erfolgreich verlaufen sei, sei es nun an der Zeit, die damals formulierten Handlungsansätze und Umsetzungsmaßnahmen neu zu betrachten und gegebenenfalls anzupassen.
Konkrete Ziele und Zukunftsperspektiven
Im Mittelpunkt der zukünftigen Planung stehen mehrere konkrete Zielsetzungen: Die Stärkung der Wirtschaftskraft des Kreises, die Entwicklung zukunftsfähiger Branchen, der Ausbau der Infrastruktur, die Schaffung attraktiver und lebenswerter Orte für Familien, die Stärkung sozialer Angebote sowie der Ausbau von Bildungsmöglichkeiten zur Ermöglichung gesellschaftlicher Teilhabe. Zudem soll die Kooperation mit Städten und Gemeinden intensiviert und gemeinsame Projekte angeregt werden.
Der Kreisentwicklungsausschuss bleibt dabei der führende Fachausschuss, der den gesamten Prozess begleiten und steuern wird. Die verschiedenen ehrenamtlichen Gruppen, die in den Prozess eingebunden werden, sollen gemeinsam eine tragfähige Zukunftsvision für den Landkreis im Jahr 2031 erarbeiten und damit die Grundlage für eine nachhaltige Regionalentwicklung legen.



