Einmal Eintritt zahlen und in drei verschiedenen Lokalen Livemusik genießen – das ist das Erfolgsrezept der Prenzlauer Kneipenmeile. Bei der 16. Auflage am vergangenen Wochenende erlebten Besucher aus nah und fern einen Abend voller Musik, guter Laune und kurzer Wege. Bürgermeister Marek Wöller-Beetz (CDU) eröffnete die Veranstaltung offiziell in „Ovi's Pub“ und empfahl den Flanierenden: „Sagt weiter: Da müsst ihr unbedingt hin.“
Auftakt mit Bluegrass in Ovi's Pub
Die für Konzerte irischer Musik bekannte Location im Hotel Overdiek war diesmal erfüllt von Klängen aus Amerika. Die Berliner Band „Bluegrass Breakdown“ ließ mit ihrem professionellen Zusammenspiel die Berge und Täler Kentuckys lebendig werden. Zwischen Instrumentalsoli und mehrstimmigem Gesang entfalteten die fünf Musiker die gesamte Spannweite ihres Repertoires – mal melancholisch, mal mitreißend. Die Freude am gemeinsamen Musizieren war den Künstlern anzusehen und sprang auf das Publikum über.
Geschäftsführerin Mandy Teschke berichtete, dass die Band ursprünglich nur als Ersatz eingesprungen war, als die angekündigte Gruppe kurzfristig absagen musste. „Jetzt ging es uns wieder genauso, weil die von uns geplante Band gerade auf der ,AIDA‘ spielen darf“, erklärte sie schmunzelnd.
240 pinke Bändchen als Eintrittsgarantie
Ein besonderes Detail stach bei der diesjährigen Kneipenmeile heraus: 240 pinkfarbene Bändchen wurden nach der ersten Runde verteilt. Sie machten kenntlich, wer den Eintritt bezahlt hatte und somit auch in den anderen beiden Lokalen willkommen war. Einlasserin Helga Wolff stand im Torbogen zur Tee- und Weinhandlung Gotzmann und begrüßte unter anderem Katrin Drews, die bereits seit der ersten Kneipenmeile dabei ist. „Das rustikale Flair und die freundliche Bedienung sind einfach einzigartig“, schwärmte die 70-Jährige, die besonders die Band „F.altenrock“ und deren Cover-Können lobte.
Besucher aus der Schweiz und regionale Stammgäste
Cornelia und Urs Weber reisten extra aus der Schweiz an. „Durch Partnerschaft zur Partnerschaft“, scherzte Urs Weber über seine 18-jährige Ehe mit der gebürtigen Prenzlauerin. Der Pub sei ihnen ans Herz gewachsen, da sie hier oft übernachteten. Urs Weber, selbst Akkordeon- und Trompetenspieler, schätzte die musikalische Qualität sehr. Das Paar machte in Ovi's Pub Station, bevor es zu den anderen Locations weiterzog.
Auch Peter Brenndörfer und seine Freundin Katrin Pasemann waren begeistert. Sie zog es vom Hof der Weinhandlung direkt zum „Sempre Roma“, wo die Band „Project 2.0“ aufspielte. „Das ist eine für unsere Region sehr gute Band. Sie war auch bei ,Brüssow rockt‘ dabei“, erklärte Brenndörfer. Er lobte die kurzen Wege zwischen den drei Veranstaltungsorten und die gute Stimmung. „Das ist die kleinste Lokalität von allen, aber Alex gibt sich große Mühe mit der Bewirtung – dafür gebe ich einen Stern.“
Musikgenuss an jedem Ort
In der Weinscheune Gotzmann sorgte die Band „F.altenrock“ für ausgelassene Stimmung. Drei Spaziergänger, die von dort einen Abstecher zum Pub machten, berichteten: „Wir waren eigentlich zu fünft, aber zwei sind in der Weinscheune geblieben.“ Die gut eingespielte Band sei ein Muss bei der Kneipenmeile. Auch im „Sempre Roma“ unter der Leitung von Alexander Spirou herrschte dichtes Gedränge. Anheimelnde Beleuchtung und Stimmengewirr ließen bereits erste Sommergefühle aufkommen.
Die 16. Prenzlauer Kneipenmeile zeigte einmal mehr, wie ein Abend zum Stadtgefühl wird: Livemusik, kurze Wege und volle Kneipen – ein Erlebnis, das Besucher aus der gesamten Region und sogar aus der Schweiz anzieht.



