Niedrigwasser in der Schmalwasser-Talsperre beeinträchtigt Energiegewinnung und Flusspegel
Die anhaltenden Trockenperioden haben den Wasserstand in der Schmalwasser-Talsperre bei Tambach-Dietharz im Landkreis Gotha drastisch sinken lassen. Aktuell ist das Becken mit rund 9,8 Millionen Kubikmetern Wasser nur etwa zur Hälfte gefüllt. Das teilte die Thüringer Fernwassergesellschaft mit. In diesem Jahr sei es daher nicht möglich, den Pegel des Flusses Apfelstädt über die gesetzlich vorgeschriebene Mindestmenge hinaus mit zusätzlichem Talsperrenwasser aufzustocken.
Auswirkungen auf Energieerzeugung und Flussökologie
Die Apfelstädt, die auf einer Länge von rund 34 Kilometern bei Molsdorf in die Gera mündet, führt aktuell wenig Wasser. Die sogenannte Westring-Kaskade, die Wasser aus der Talsperre zur Stromerzeugung in Erfurt nutzt, kann ebenfalls nicht betrieben werden. Umweltminister Tilo Kummer (BSW) betonte auf Anfrage: „Die Trinkwasserversorgung der Thüringerinnen und Thüringer durch unsere Talsperren hat oberste Priorität. Deswegen stehen die Turbinen zur Energieerzeugung an der Westring-Kaskade schon seit April durchgehend still.“ Auch eine zusätzliche Wasserbereitstellung für die Apfelstädt sei nicht mehr möglich.
Vereinbarung greift nur bei ausreichend Zufluss
Laut Kummer existiert eine Vereinbarung, die eine zusätzliche Auffüllung des Flusses nur erlaubt, wenn die Schmalwasser-Talsperre einen hohen und anhaltenden Zufluss verzeichnet. „Leider erleben wir derzeit das Gegenteil. Die zunehmende Trockenheit wirkt sich nicht nur auf die Apfelstädt, sondern auf die meisten Gewässer Thüringens aus“, so der Minister.
Bürgerinitiative fordert mehr Wasser für die Apfelstädt
Die Situation an der Apfelstädt, die ohnehin oft wenig Wasser führt, ist seit Jahren ein Streitpunkt. Eine Bürgerinitiative hatte kritisiert, dass Wasser der Schmalwasser-Talsperre über das Fernwassersystem der Westring-Kaskade nach Erfurt abgegeben werde. Sie setzte sich dafür ein, mehr Talsperrenwasser in den kleinen Fluss zu leiten. Die Thüringer Fernwasserversorgung teilte mit, dass der Betrieb der Westring-Kaskade bereits seit Sommer 2025 erheblich reduziert und zeitweise vollständig eingestellt wurde. Derzeit ist die Fernwasserleitung außer Betrieb.
Ohra-Talsperre profitiert von Verbundsystem
Durch einen Verbund mit der Ohra-Talsperre bei Luisenthal (Kreis Gotha) habe sich der Füllstand dieser wichtigen Trinkwassertalsperre verbessert. Insgesamt seien die wasserwirtschaftlichen Handlungsspielräume durch die Trockenperioden zunehmend eingeschränkt, so das Landesunternehmen.



