Thailand will künftig härter gegen unangemessenes Verhalten von Touristen in der Öffentlichkeit vorgehen. Nach wiederholten Beschwerden über sexuelle Handlungen, darunter auch Oralsex in einer Autorikscha auf der Insel Phuket, kündigte Regierungschef Anutin Charnvirakul eine verschärfte Strafverfolgung an. Solche Vergehen, zu denen auch illegaler Drogenkonsum zählt, würden der „schönen Kultur Thailands widersprechen“ und konsequent geahndet, so der Regierungschef. Auch Polizeikontrollen in Vergnügungslokalen sollen intensiviert werden.
Hintergrund der Verschärfung
Die Ankündigung erfolgte, nachdem am Montagabend ein Spanier und eine Peruanerin auf Phuket beim Oralsex in einer Autorikscha erwischt worden waren. Ihnen droht nun die Ausweisung. Bereits im Februar waren zwei französische Paare des Landes verwiesen worden, nachdem Aufnahmen von öffentlichem Geschlechtsverkehr am Strand und in einer Tuk-Tuk-Rikscha im Internet kursierten. Die Behörden betonen, dass solche Vorfälle nicht toleriert werden.
Rechtliche Lage und Tourismus
Thailand ist trotz seines Rufs als Ziel von Sextourismus gesellschaftlich konservativ. Öffentliche Nacktheit oder Geschlechtsverkehr können mit einer Geldstrafe von bis zu 5000 Baht (etwa 130 Euro) geahndet werden. Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, hat aber das Vor-Corona-Niveau noch nicht erreicht. Für 2026 werden rund 33,5 Millionen Besucher erwartet – zwei Millionen weniger als ursprünglich prognostiziert, unter anderem aufgrund des Irankriegs.
Auch andere südostasiatische Länder wie Indonesien kämpfen mit problematischen Touristen. Auf Bali führten öffentliche Sexakte, Nacktfotos an heiligen Stätten, Umweltverschmutzung und Verkehrsverstöße zu Unmut in der Bevölkerung. Thailand reagiert nun mit verschärften Maßnahmen, um sein Image zu schützen und die einheimische Kultur zu bewahren.



