Thüringens Bevölkerung schrumpft durch Abwanderung. Nach Jahren eines positiven Trends durch Zuwanderung aus dem Ausland kippte die Entwicklung im Jahr 2025. Das Statistische Landesamt in Erfurt meldet einen negativen Wanderungssaldo – die Differenz zwischen Zu- und Wegzügen – erstmals seit 2016.
Wanderungssaldo negativ
Laut Landesamt kamen 2025 insgesamt 50.821 Menschen aus dem Ausland und anderen Bundesländern nach Thüringen. Im gleichen Zeitraum verließen 51.511 Menschen den Freistaat. Unterm Strich ergibt sich ein Verlust von 690 Einwohnern. Zum Vergleich: 2024 wies Thüringen noch ein Wanderungsplus von 4.515 Menschen auf. Die Ursache liegt darin, dass die Zahl der Zuwanderer deutlich stärker sank als die der Fortziehenden.
Abwanderung in andere Bundesländer
Aus anderen Bundesländern zogen 23.645 Menschen nach Thüringen. Demgegenüber verließen 29.696 Thüringer ihr Bundesland in Richtung eines anderen. Innerhalb Deutschlands verzeichnete Thüringen 2025 gegenüber keinem Bundesland einen positiven Wanderungssaldo. Die beliebtesten Ziele waren Nordrhein-Westfalen, Bayern und Sachsen.
Entwicklung bei der Auslandszuwanderung
Aus dem Ausland kamen 27.176 Menschen nach Thüringen, während 21.815 Menschen ins Ausland gingen. Die Zahl der Zuzüge aus dem Ausland sank damit um 19,5 Prozent im Vergleich zu 2024. Den höchsten positiven Wanderungssaldo mit dem Ausland verzeichnete Thüringen mit der Ukraine (plus 1.595 Menschen), gefolgt von Syrien (plus 1.239) und Indien (plus 1.084).
Der Trend zeigt, dass Thüringen zunehmend an Attraktivität für Zuwanderer verliert, während die Abwanderung in andere Bundesländer anhält. Experten sehen darin eine Herausforderung für die demografische Entwicklung des Freistaats.



