Guten Morgen zum „Update Sachsen-Anhalt“! Heute, am 5. Mai 2026, steht der Lokaljournalismus im Mittelpunkt. Wir zeigen, warum er unverzichtbar ist. Die Landesregierung will Bürokratie abbauen. Und die Gewalt an Schulen bereitet Sorgen. Das sind die Themen heute.
Tag des Lokaljournalismus: Kontrollfunktion der Medien
Heute ist der „Tag des Lokaljournalismus“. Die Redaktionen von „Volksstimme“ und „Mitteldeutsche Zeitung“ beteiligen sich mit vielen Aktionen. In einer turbulenten Welt, die viele verunsichert, ist Lokaljournalismus wichtiger denn je. Unsere Kollegen sind nah bei den Menschen. Sie wissen, wo der Schuh drückt. Sie erklären, ordnen ein, kommentieren – verständlich, kritisch, konstruktiv, informativ. Mit klarem Blick für die Nöte und Sorgen der Menschen. Wir verleihen unseren Lesern eine Stimme. Wir sind in der Fläche präsent und erfüllen eine wichtige Kontrollfunktion. Wir schauen den kommunalen Entscheidungsträgern auf die Finger, lesen ihnen die Leviten und loben sie auch mal. Vor allem: Wir verstehen uns als verlässlicher Anwalt für die Anliegen der Menschen vor Ort. Das sind wir. Und das bleiben wir auch!
Bürokratieabbau: Landesregierung plant Reform
Die Landesregierung Sachsen-Anhalts plant eine große Reform des Öffentlichen Dienstes für die nächste Legislaturperiode. Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) hat mit Kommunen, Ministerien und Behörden beraten. Drei Arbeitsgruppen sollen zentrale Verwaltungsbereiche prüfen und vereinfachen. „Diese Tippeltappel-Tour müssen wir drastisch reduzieren“, sagt Zieschang. Sachsen-Anhalt verliert stark an Bevölkerung, hat aber im Ländervergleich besonders viele Verwaltungsbedienstete. Verfahren gelten als langsam, kompliziert und oft mehrfach geprüft. Das kostet Zeit, Personal und Geld. Die Arbeitsgruppen nehmen Ausländerangelegenheiten, Kommunalrecht und Straßenverkehr in den Blick. Ziel ist ein zweistufiger Verwaltungsaufbau mit mehr Verantwortung für die Kreise und weniger Kontrollebenen. Langfristig sollen Verfahren digitaler werden und bis zu zehn Prozent Personal eingespart werden.
Ein Beispiel aus dem Harz zeigt, wie Bürokratie und Fachkräftemangel aufeinandertreffen: Trotz guter Qualifikationen darf die 45-jährige Marei Oppermann dort nicht beruflich durchstarten. Unser Kollege Holger Manigk berichtet darüber.
Grundwasserstände nahe Tiefstand
Die Grundwasserstände in Sachsen-Anhalt liegen deutlich unter dem langjährigen Mittel. Im März lagen die Pegel im Schnitt 54 Zentimeter niedriger als üblich. Die Werte bewegen sich nahe dem historischen Minimum. Der Winter ist entscheidend für die Neubildung von Grundwasser. Zu geringe Niederschläge und trockene Böden haben das Auffüllen behindert. Auch nach Regen kommt das Wasser oft nicht bis in tiefere Schichten. Für die Trinkwasserversorgung gibt es noch kein akutes Problem. Bleibt ein nasses Frühjahr oder ein feuchter Sommer aus, könnten Einschränkungen folgen. Auch die Landwirtschaft warnt vor zunehmendem Stress für die Kulturen bei anhaltender Trockenheit.
Gewalt an Schulen: Kinderschutzbund besorgt
In Sachsen-Anhalt sind erneut mehrere Fälle von Gewalt unter Schülern bekannt geworden, etwa Angriffe in einem Schülertaxi und Morddrohungen unter Kindern. Laut Landeskriminalamt wurden 2025 Hunderte Fälle von Körperverletzung, Bedrohung und Beleidigung im Schulumfeld registriert. Experten sehen trotz leicht rückläufiger Statistik keinen Grund zur Entwarnung. Beobachter berichten von jüngeren Tätern, zunehmender Aggression und Waffen wie Messern bereits bei Grundschülern. Die Meldungen über Gewaltvorfälle steigen seit der Corona-Zeit wieder an. Behörden setzen auf Prävention und Programme gegen Jugendkriminalität. Schulen reagieren mit klaren Regeln und Gesprächen. Fachleute fordern mehr Verantwortung der Eltern.
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Umfrage des Tages
Heute ist Tag des Lokaljournalismus. Darum unsere Frage: Wie wichtig ist Ihnen der Journalismus vor Ort? Sehr wichtig, ich möchte immer gut darüber informiert sein, was bei mir vor Ort passiert. Nicht so wichtig, mich interessiert viel mehr, was außerhalb meiner Ortschaft passiert. Am Montag fragten wir, ob Sachsen-Anhalt und Deutschland mehr auf ausländische Fachkräfte setzen sollten. Zwei Drittel stimmten zu, ein Drittel fand, das Problem solle anders gelöst werden.
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