Vom Ferienheim zur Kindertagesstätte: Templiner teilen ihre Erinnerungen
Das Fotorätsel der Serie Historischer Guckkasten ist gelöst: Das abgebildete Gebäude war das Bettenhaus des ehemaligen FDGB-Ferienheims Salvador Allende im Templiner Bürgergarten. Zahlreiche Leserinnen und Leser aus der Region meldeten sich mit persönlichen Geschichten und Anekdoten, die das Gebäude und seine Umgebung lebendig werden lassen.
Persönliche Erinnerungen an Feiern und Freizeit
Klaus Preuß aus Milmersdorf erkannte das Gebäude sofort. Siegfried Adolph aus Templin erinnerte sich an besondere Feierlichkeiten: 1986 feierte er dort die Jugendweihe seines Sohnes und speiste fürstlich im Restaurant des Komplexes. Die Bar im Keller der Hyparschale, die zum Ferienheim gehörte, war ein beliebter Treffpunkt für Kollegen- und Freundeskreise. Adolph bedauerte den Abriss des Bettenhauses im Jahr 2014: Etwas kleiner hätte man es stehen lassen und weiter betreiben können.
Historische Entwicklung des Areals
Das Bettenhaus wurde 1974 gebaut und 1977 eröffnet. Es bot Platz für 440 Betten sowie Sport- und Spielräume. Zum Komplex gehörten außerdem:
- Ein Tennisplatz
- Eine Minigolfanlage
- Eine Saunalandschaft
- Ein Mehrzweckgebäude mit Speisesaal, Gaststätte und Klubraum
Cornelia Zimmerling aus Ringenwalde erinnert sich an die Zeit vor dem Bau: Ihr Vater pflanzte einen Nussbaum, der noch heute an der Treppe steht. Als der Baum das erste Mal Nüsse trug, musste die Familie ihren Garten für das Bauvorhaben abgeben - eine Entschädigung erfolgte nur minimal.
Heimliche Tischtennismatches und berufliche Verbindungen
Prof. Dr. Olaf Burkhardt aus Templin schlich sich mit einem Schulfreund oft in die Kellerräume, um Tischtennis zu spielen - eigentlich waren diese Räume Touristen vorbehalten. Damals gab es in Templin kaum andere Möglichkeiten für Tischtennis, erklärt er. Rolf Prütz aus Beutel arbeitete von 1979 bis 1990 als Koch in der Küche des Ferienheims und verbindet damit viele positive Erinnerungen.
Transformation des Bürgergartens
Heute hat sich das Areal gewandelt: Die Hyparschale wurde saniert und wird wieder als Veranstaltungsort genutzt. Dahinter entstand die Kita Am Fledermauswald. Ute Schröder aus Templin wies auf diese Neuerung hin. Heidi Zibell erinnerte daran, dass das Gebäude während der 19. Arbeiterfestspiele 1982 in Templin eine wichtige Rolle spielte.
Weitere Details und Erinnerungen
Joachim Krämer aus Röddelin verwies auf eine Kaimauer unterhalb des Bettenhauses, die zum Schutz des Areals errichtet wurde, als man den Röddelinsee anstauen wollte. Manfred Paesler aus Templin erinnerte sich an Barkeeper Herrn Wendt, der in der Bar Mixgetränke zubereitete - eine faszinierende Vorführung für die Gäste.
Weitere Leserinnen und Leser, die das Rätsel richtig lösten, waren Annelie Richter aus Rutenberg, Claudia Schröder und Rüdiger Rohde aus Templin, Edeltraud Schilm aus Lychen sowie Siegfried Matschull aus Boitzenburg. Ihre Beiträge zeigen, wie lebendig die Geschichte des ehemaligen FDGB-Ferienheims in der Region weiterlebt.



