Hohe Temperaturen, Trockenheit und aufkommender Wind haben am Wochenende in mehreren Teilen Deutschlands Waldbrände ausgelöst. Zahlreiche Feuerwehrleute sind im Einsatz, um die Flammen zu bekämpfen. Die Löscharbeiten gestalten sich vielerorts schwierig aufgrund des unwegsamen Geländes und der anhaltenden Trockenheit.
Bayern: Feuer auf dem Saurüsselkopf
Im Landkreis Traunstein in den Chiemgauer Alpen brennt es auf dem Saurüsselkopf bei Ruhpolding. Nach Angaben der Gemeinde sind rund vier bis fünf Hektar Waldfläche betroffen. Die Brandursache ist noch unklar. Aufgrund der steilen und schwer zugänglichen Lage wurde von einem aktiven Eingreifen abgesehen, um die Einsatzkräfte nicht zu gefährden. Feuerwehrleute beobachten den Brand von umliegenden Positionen aus. Für den Morgen ist eine Lageerkundung aus der Luft geplant, ein Krisenstab wurde eingerichtet. Eine Gefahr für die Bevölkerung besteht laut Gemeinde nicht, jedoch wird empfohlen, das Gebiet zu meiden und Fenster sowie Türen geschlossen zu halten, da es zu leichtem Ascheregen kommen könnte.
Sachsen: Waldbrand an der Grenze zu Tschechien
Im tschechischen Nationalpark Böhmische Schweiz nahe der Grenze zu Sachsen kämpfen mehr als 400 Feuerwehrleute gegen einen Waldbrand. Die Feuerwehr teilte mit, dass das Wetter unberechenbar sei und Windböen die Arbeit erschwerten. Das Feuer erstreckt sich über eine Fläche von knapp einem Quadratkilometer. Acht Helikopter sind im Einsatz, um Wasser aus der Luft abzuwerfen. Zwei Transporthubschrauber vom Typ Sikorsky UH-60 Black Hawk aus der Slowakei sollen am Mittag eintreffen. Die Brandursache ist unklar. Hitze, Trockenheit und unwegsames Gelände erschweren die Löscharbeiten. In Tschechien hofft man auf Niederschläge, die für Dienstag erwartet werden.
Brandenburg: Feuer auf ehemaligem Truppenübungsplatz
In Brandenburg bei Jüterbog brennt auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz die bislang größte Waldfläche der Saison. Das Feuer hat sich auf über 110 Hektar ausgebreitet. Forstwissenschaftlerin Antje Wurz von der Wildnisstiftung, der Eigentümerin der Fläche, sagte, es sei außergewöhnlich, dass es so früh im Jahr einen solchen Waldbrand gebe. Der Brand entstand am Freitagnachmittag auf dem mit Munition belasteten Gelände. Wegen der Munition kommt es immer wieder zu Detonationen, was die Bekämpfung erschwert. Die Einsatzkräfte setzen auf Schutzstreifen, um das Feuer einzudämmen.
Weitere Brände in NRW, Hessen und Rheinland-Pfalz
Auch in Nordrhein-Westfalen kam es zu mehreren Wald- und Unterholzbränden. In Attendorn im Sauerland war die Feuerwehr den dritten Tag in Folge im Einsatz. Der Brand war unter Kontrolle, aber Nachlöscharbeiten mit Drohnen dauerten an. Betroffen waren 41.000 Quadratmeter. In Hessen flammte ein Brand bei Romrod im Vogelsbergkreis wieder auf. Die Polizei vermutet fahrlässige Brandstiftung. Die Bundesstraße 49 musste zeitweise gesperrt werden. In Rheinland-Pfalz kämpften Hunderte Einsatzkräfte bei Friesenhagen im Landkreis Altenkirchen gegen einen Waldbrand auf rund vier Hektar in unwegsamem Gelände.



