Streit um Ortsschilder: Warum „Berg- und Rosenstadt“ weiterhin nicht an den Ortseingängen von Sangerhausen steht
Sangerhausen darf sich offiziell „Berg- und Rosenstadt“ nennen – doch auf den Ortsschildern fehlt der Titel weiterhin. Warum das bisher noch nicht passiert ist und welche Alternativen die Stadt jetzt prüft.
Aktualisiert: 30.04.2026, 17:23
Oberbürgermeister Torsten Schweiger mit dem Schild aus Neubrandenburg. Dort wurde die niederdeutsche Bezeichnung der Stadt so an den Ortseingängen sichtbar gemacht. (Foto: Frank Schedwill)
Sangerhausen/MZ. – Seit vielen Jahren wird Sangerhausen im Sprachgebrauch als „Berg- und Rosenstadt“ bezeichnet. Der jahrhundertelange Kupferschieferbergbau und das international bekannte Rosarium prägen das Selbstverständnis der Stadt wie kaum etwas anderes. Im vergangenen Sommer erhielt Sangerhausen schließlich auch offiziell vom Landkreis die Erlaubnis, die Zusatzbezeichnung zu führen. Doch auf den Ortsschildern, auf denen die Bezeichnung „Berg- und Rosenstadt“ zuerst auftauchen sollte, sucht man sie bis heute vergeblich.
Die Verzögerung hat mehrere Gründe. Zunächst musste die Stadt die genaue Gestaltung der Schilder mit der zuständigen Straßenverkehrsbehörde abstimmen. Dabei stellte sich heraus, dass die Zusatzbezeichnung nicht einfach auf die vorhandenen Schilder aufgebracht werden kann, sondern dass neue Schilder hergestellt werden müssen. Diese müssen den geltenden Normen entsprechen und dürfen die Lesbarkeit der Ortsnamen nicht beeinträchtigen. Zudem ist die Finanzierung der neuen Schilder noch nicht vollständig geklärt.
Die Stadtverwaltung prüft nun verschiedene Alternativen. Eine Möglichkeit ist die Anbringung der Zusatzbezeichnung auf einem separaten Schild unterhalb des Ortsschildes, wie es in anderen Städten bereits praktiziert wird. Ein Beispiel ist Neubrandenburg, wo die niederdeutsche Bezeichnung auf einem eigenen Schild sichtbar gemacht wurde. Eine andere Option ist die Integration des Zusatzes direkt in das Ortsschild, was jedoch aufwändiger und teurer ist.
Oberbürgermeister Torsten Schweiger zeigt sich optimistisch, dass die Schilder noch in diesem Jahr angebracht werden können. „Wir arbeiten mit Hochdruck an der Lösung und hoffen, dass wir bald den Bürgern und Besuchern den offiziellen Titel präsentieren können“, so Schweiger. Die Stadt Sangerhausen hat sich zum Ziel gesetzt, die Identität als Berg- und Rosenstadt auch nach außen sichtbar zu machen und damit die Verbundenheit zur eigenen Geschichte und zum Rosarium zu unterstreichen.



