30 Jahre Ferienhof Zander: Chefin führt Pension im Alleingang
Ferienhof Zander: Chefin führt Pension im Alleingang

Idyllische Prignitzer Landschaften, die Elbe und ein mehr als 700 Jahre altes Dorf – all das bietet Bälow in der Gemeinde Rühstädt. Für Radsportler, Angler und Naturfreunde ist dies ein verführerisches Angebot, weiß auch Charlotte Bebion-Zander, die hier, in abgeschiedener Ruhe, ihren Ferienhof betreibt. Mit ihrem Mann kam sie 1996 in die Prignitz, um das alte Bauerngut der Familie Zander herzurichten. Mittlerweile ist Herbert Zander verstorben, weshalb sie sich nun ganz alleine um das Hofgut kümmert.

Entscheidend war der Elberadweg

Die Betreiberin kommt ursprünglich aus Süddeutschland, was man noch immer an ihrem charmanten Dialekt erkennt. Dort, in ihrer alten Heimat, lernte sie auch ihren Ehemann Herbert kennen, der zwar ursprünglich aus Bälow kam, aber aus der DDR flüchten musste. Als sie zusammen in den 1990er Jahren in die Prignitz zogen, entschieden sie sich, den alten Familienbauernhof als Pension auszubauen. „Mir hat das hier sofort gefallen – Die Landschaft und die Natur sind traumhaft“, so Bebion-Zander.

Anfangs sei das Geschäft holprig gelaufen und die meisten Gäste waren Familienmitglieder oder Bekannte, reflektiert sie. Doch dann änderte sich alles mit der Eröffnung des Elberadwegs – „Das ist immer noch das Zugpferd.“ Seitdem kommen regelmäßig Gäste, die in Bälow eine Verschnaufpause einlegen. Deshalb wurde 2008 ein Radlercafé geöffnet. „Durch die Radfahrer ist diese Gegend bekannt geworden“, berichtet sie – Radtouristen aus ganz Europa besuchen seither das kleine Dorf.

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Der alte Bauernhof dient schon seit 30 Jahren als Pension. Besonders Radfahrer rasten hier gerne. (Foto: Arne Schmidt)

Alleingang nach Verlust des Ehemanns

Mittlerweile ist ihr Mann verstorben. Charlotte Bebion-Zander bewirtschaftet das Café, die vier Apartments und den Hofladen alleine. Gelegentlich helfe ihre Schwester und sie hat jemanden, der für sie den Rasen mäht, erzählt sie. Obwohl sie bereits Rente bezieht, möchte sie noch weitermachen: „Ich mache das immer noch gerne. Sie sehen ja, ich bin noch fit.“

Die Widrigkeiten der Zeit

Das 30-jährige Bestehen des Ferienhofs feierte die gelernte Floristmeisterin mit Gästen, Verwandtschaft und Freunden am 18. April. Trotz einer optimistischen Grundhaltung ist sie sich der momentanen Herausforderungen sehr bewusst. Sie spart Kosten, indem sie auf Unabhängigkeit setzt: Eine Solaranlage auf dem Dach sorgt für warmes Wasser. Alles, was sie alleine bewältigen kann, macht sie selbst. Manchmal übernachten Handwerker in der Pension, die sie ebenfalls unterstützen. So gelingt es ihr, weiterhin täglich zu öffnen.

Außerdem habe sie mittlerweile Stammgäste. „Ich habe nächste Woche vier Angler hier. Die kommen schon seit über zehn Jahren“, berichtet sie. Auch Gäste aus der Region empfängt sie oft: „Mundpropaganda ist am wichtigsten.“ So wird am 14. Mai der Hof voll sein, denn traditionell wird dann Himmelfahrt gefeiert – mit Grill und schwäbischem Kartoffelsalat. Sie erwartet vorwiegend Besucher aus der Nachbarschaft.

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