Zwischen Helm und Hieben: Katherina Reiche als Feindbild der Habeck-Jünger
Katherina Reiche: Feindbild der Habeck-Jünger

Die Szene neulich auf dem LNG-Terminal in Wilhelmshaven hatte Symbolcharakter: Die Stippvisite an der Nordsee musste Katherina Reiche aufgrund der Sicherheitsvorschriften mit Sturzhelm und Warnweste absolvieren – man könnte der Bundeswirtschaftsministerin fast wünschen, sie könnte sich auch in der schwarz-roten Bundesregierung entsprechend schützen.

Die Auseinandersetzungen zwischen CDU und SPD erinnern schließlich eher an eine Kampfarena als an eine Koalition. Verbale Tritte, versteckte Seitenhiebe, verletzende Beleidigungen – der Umgang in der Administration von Kanzler Friedrich Merz ist rau und ruppig. Mittendrin immer wieder Katherina Reiche.

Immer Draufhauen auf „Gas-Kati“

Die gebürtige Brandenburgerin gilt als Feindbild für jene grün angehauchten Sozialdemokraten – und das sind überwiegend alle – die sich ihre Träumereien stets vom Staat finanzieren lassen wollen und gleichzeitig meinen, dem Klimaschutz müsste alles – inklusive der Deindustrialisierung – untergeordnet werden.

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Damit nicht genug: Reiche fungiert auch als Buhmann für alle Habeck-Jünger, die es bis zum heutigen Tag und vielleicht sogar alle politische Ewigkeit nicht verwinden werden, dass ihr allseits geliebter Robert nicht mehr das Wirtschaftsministerium führt, Freunde, Bekannte und Partner mit lukrativen Posten versorgt und nebenbei den Diener für Scheichs in der Golfregion macht.

Nicht zu vergessen: Der Robert war der Freund des Großteils der eher links-grün blinkenden Mainstream-Medien – die Abkehr von der Habeck-Politik betrachten diese als persönlichen Angriff und Freifahrtschein zum Draufhauen auf „Gas-Kati“.

Insofern führt Reiche einen Kampf an mehreren Fronten – doch das scheint die CDU-Politikerin nicht großartig zu stören. Ganz im Gegenteil: Als politischer Beobachter einer Berliner Blase, die sich verliebt bis zur Schmerzgrenze nur mit sich selbst beschäftigt, hat es fast den Anschein, als gäbe die Bundeswirtschaftsministerin allen zu verstehen: Ich mach’ mein Ding, wenn Euch das nicht gefällt, müsst ihr mich halt rausschmeißen. Na, und?!

Sie steht in der Koalition für eine bestimmte Politik

Während die Merz’, Klingbeils und Bas’ dieser Koalitionswelt ihre politischen Koordinaten je nach dem wehenden politischen Wind ausrichten, verfügt Reiche zumindest über einen politischen Kompass und steht in dieser Koalition für eine ganz bestimmte Politik – überwiegend konservativ sowie wirtschafts- und marktorientiert.

Das muss einem nicht gefallen – ist aber berechenbar. Dass allein dies in der jetzigen schwarz-roten Bundesregierung fast schon ein Alleinstellungsmerkmal darstellt, sagt viel über Zustand und Qualität dieser Koalition aus.

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