Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) steht vor tiefgreifenden Einschnitten: Aus Kostengründen will der Sender die Produktion des ARD-Mittagsmagazins im Jahr 2027 aufgeben. Die Sendung, die erst seit Anfang 2024 vom MDR produziert wird, soll voraussichtlich an den Norddeutschen Rundfunk (NDR) übergehen. Dies bestätigte der MDR nach entsprechenden Medienberichten und verwies auf Gespräche innerhalb der ARD.
Hintergrund der Sparmaßnahmen
Die Sparzwänge resultieren aus der ausbleibenden Erhöhung des Rundfunkbeitrags. Die Bundesländer hatten die ursprünglich empfohlene Anhebung von 18,36 Euro auf 18,94 Euro zum 1. Januar 2025 nicht beschlossen. Der MDR hatte daraufhin ein Sparprogramm von 160 Millionen Euro aufgelegt, basierend auf der Annahme einer Beitragserhöhung. Im Februar 2026 empfahl die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF) eine geringere Erhöhung auf 18,64 Euro ab 2027, was die finanzielle Lage der Anstalt weiter verschärft.
Auswirkungen auf das Programm
Neben dem Mittagsmagazin plant der MDR, ab 2027 auch das lineare TV-Magazin „MDR um 2“ einzustellen. Stattdessen soll eine Streaming-Variante entwickelt werden, die besser den aktuellen Mediennutzungsgewohnheiten entspreche. Besonders betroffen ist das MDR-Landesfunkhaus Sachsen-Anhalt in Magdeburg, wo „MDR um 2“ produziert wird. Bereits im September 2023 war das ebenfalls in Magdeburg hergestellte Ländermagazin „MDR um 11“ eingestellt worden.
NDR als möglicher Nachfolger
Der NDR bestätigte Gespräche über eine Übernahme des Mittagsmagazins. „Derzeit entwickelt der NDR verschiedene Szenarien, unter welchen Bedingungen und Voraussetzungen er die Gesamtverantwortung vom MDR übernehmen kann“, erklärte eine NDR-Sprecherin. Das Mittagsmagazin wird wochenweise im Wechsel von MDR und ZDF produziert. Bereits 2023 hatte der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) die Federführung aus Kostengründen abgegeben, woraufhin der MDR die Sendung übernahm.
Zukunftsaussichten
MDR-Sprecher Michael Naumann betonte, dass die Budgetkürzungen strategische Entscheidungen erforderten, die sich auch auf den Programmumfang auswirkten. Ziel sei es, die Stärken des MDR als regional verankerter Medienanbieter zu bewahren. Einzelheiten sollen zunächst mit Rundfunkrat und Verwaltungsrat besprochen werden. Am Montag steht eine Sitzung des Rundfunkrates an, in der die Pläne weiter diskutiert werden.



