Trump greift Merz an: „Reparieren Sie Ihr kaputtes Land“
Trump greift Merz an: „Reparieren Sie Ihr kaputtes Land“

US-Präsident Donald Trump hat Bundeskanzler Friedrich Merz erneut scharf attackiert. In einem Beitrag im sozialen Netzwerk Truth Social forderte Trump Merz auf, sich mehr um den Ukraine-Krieg und die Probleme Deutschlands zu kümmern, anstatt sich in die Iran-Politik einzumischen. „Der Kanzler von Deutschland sollte mehr Zeit darauf verwenden, den Krieg mit Russland/Ukraine zu beenden (wo er völlig wirkungslos war!)“, schrieb Trump. Merz solle sich stattdessen darauf konzentrieren, „sein kaputtes Land zu reparieren, besonders Einwanderung und Energie, und weniger Zeit damit verbringen, sich in die Bemühungen derer einzumischen, die die iranische Atomgefahr beseitigen“.

Die Attacke erfolgte einen Tag, nachdem Trump eine mögliche Reduzierung der US-Truppen in Deutschland angedeutet hatte. Derzeit sind zwischen 36.000 und 39.000 US-Soldaten in Deutschland stationiert, vor allem auf den Stützpunkten in Stuttgart und Ramstein. Trump hatte bereits in seiner ersten Amtszeit mit einem Truppenabzug gedroht.

Auslöser der jüngsten Spannungen waren ungewöhnlich deutliche Äußerungen von Merz, der die USA kritisiert hatte, weil sie vom Iran „gedemütigt“ würden und keine Ausstiegsstrategie aus dem Krieg hätten. Am Donnerstag schlug Merz jedoch versöhnlichere Töne an. Bei einem Besuch der Bundeswehr in Munster betonte er die Bedeutung der Nato und der transatlantischen Partnerschaft. Ohne Trump direkt zu nennen, sprach er sich für eine Nato-geführte Lösung im Nahostkonflikt aus.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Die deutsche Regierung bemühte sich, den Streit herunterzuspielen. Außenminister Johann Wadephul erklärte bei einem Marokko-Besuch, Drohungen mit Truppenabzug habe es auch unter den US-Präsidenten Biden, Obama und Clinton gegeben. „Wir sind darauf vorbereitet, wir diskutieren das eng und vertrauensvoll in allen Nato-Gremien“, sagte Wadephul. Er räumte jedoch ein, dass eine Verlagerung von Truppen bereits stattfinde und Deutschland mehr Verantwortung übernehmen müsse.

Claudia Major von der German Marshall Fund bezeichnete Trumps Versuch, Ramstein als Druckmittel zu nutzen, als nicht neu. Die Botschaften aus den USA seien zwar „sehr beunruhigend“, doch müssten die Europäer lernen, weniger abhängig von US-Unterstützung zu werden. Das bedeute jedoch „weniger Sicherheit und mehr Instabilität für alle Beteiligten“, so Major.

Der Verteidigungsexperte der CDU, Roderich Kiesewetter, warnte vor Überreaktionen. Truppenreduzierungen seien bereits vor einiger Zeit angekündigt worden und kämen nicht überraschend. Er betonte, dass die US-Stützpunkte in Deutschland vor allem der globalen Machtprojektion der USA dienten und ein Abzug daher auch für die USA von Nachteil wäre.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration