Wegner plant Olympisches Feuer am Brandenburger Tor – Kostenrechnung vorgestellt
Olympia 2036: Wegner will Feuer am Brandenburger Tor

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (53, CDU) hat erste Kostenrechnungen für eine mögliche Olympia-Bewerbung der Hauptstadt vorgelegt. Das Brandenburger Tor soll dabei zum Gesicht der Spiele werden: Eine Fußgängerrampe soll über das historische Bauwerk führen und als Touristenattraktion dienen. Zudem ist ein Platz für Siegertreppchen zur Medaillenverleihung geplant. Das Olympische Feuer soll vor den Säulen des Wahrzeichens brennen. „Diese Bilder werden um die Welt gehen“, ist Wegner überzeugt.

Berlin im Rennen um Olympia 2036, 2040 oder 2044

Berlin, die fast Vier-Millionen-Metropole mit internationaler Ausstrahlung, geht ins Rennen um die Ausrichtung der Olympischen Spiele. Ob 2036, 2040 oder 2044 – zunächst muss sich die Stadt im September bei der nationalen Vorentscheidung gegen Konkurrenten wie München, Köln/NRW und Hamburg durchsetzen. Die Finanzierung des Mega-Events ist eine zentrale Herausforderung, insbesondere angesichts der Pro-Kopf-Verschuldung von 18.000 Euro.

Drei Kostenbereiche nach IOC-Vorgaben

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) unterteilt die Kosten in drei Bereiche:

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  • Durchführungs-Budget: Technik, Transport, temporäre Bühnen, Personal und Wettkampfablauf werden gegen Ticketverkäufe, TV-Rechte und Sponsoring gerechnet. Aus Berliner Sicht ergibt sich ein Plus von 420 Millionen Euro für die Stadt und den Deutschen Olympischen Sportbund. Zum Vergleich: In Paris 2024 blieb ein Gewinn von 85 Millionen Euro.
  • Investitions-Budget: Für die Modernisierung von Sportstätten und Verkehrsinfrastruktur sind rund 1,59 Milliarden Euro über 14 Jahre vorgesehen. Dazu gehört die Überdachung und Erweiterung des Olympiabades auf zehn Bahnen. In Paris waren es 3,62 Milliarden Euro. Berlin rechnet sparsamer, da der neue Wohnkiez „Stadteingang West“ an der früheren Avus-Rennstrecke ohnehin gebaut wird – auch ohne Nutzung als Olympisches Dorf für 16.000 Athleten.
  • Sicherheitskosten: Für Polizei, Sicherheit und Katastrophenschutz können derzeit keine seriösen Zahlen genannt werden. Diese Kosten müssten von Bund und Ländern getragen werden.

Sportstätten: 97 Prozent bereits vorhanden

Berlins Sportsenatorin Iris Spranger (63, SPD) betont, dass 97 Prozent der benötigten Sportstätten bereits stehen. Berlins Olympiabeauftragter Kaweh Niroomand (73) erklärt: „Wir müssen keine großen Baustellen anschieben. Deshalb haben Machbarkeit und Finanzierbarkeit ein viel geringeres Risiko.“ Er versichert, dass die Kosten nicht vergeudet seien: „Die Ausgaben bedeuten nicht, dass das Geld in die Spree fließt.“

Spree als Schwimmstrecke

Die Spree, Berlins Hauptstadtfluss, soll für das Freiwasserschwimmen genutzt werden. Dafür müsste der Fluss entlang der East Side Gallery mit erheblichen Mitteln sauberer gemacht werden.

Das Olympia-Konzept wird am 4. Juni beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) eingereicht. Der Senatsbeschluss fiel einstimmig.

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