Wenige Wochen vor der Weltmeisterschaft hat Uli Hoeneß, Ehrenpräsident des FC Bayern München, Bundestrainer Julian Nagelsmann für dessen häufige Wechsel in der Startformation kritisiert. Nun kontert der Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Rudi Völler, und weist die Vorwürfe als „faktisch falsch“ zurück.
Völler: Hoeneß‘ Aussagen sind unzutreffend
In einem Interview mit der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ äußerte sich Völler deutlich: „Dinge, die faktisch falsch sind, muss man aber auch widerlegen. Zum Beispiel die Sache mit dem Einspielen vor einer WM. Das stellt sich doch ganz anders dar.“ Hoeneß hatte Nagelsmann in der Vorwoche in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ scharf kritisiert: „Wenn es Deutschland gelingt, eine Mannschaft zu werden, obwohl der Trainer es nicht geschafft hat, zweimal hintereinander mit derselben Elf zu spielen – dann haben wir eine Chance.“
Verletzungsprobleme als Hauptgrund
Völler entgegnete diesen Vorwurf mit konkreten Zahlen: „Es waren bei jedem Spiel seit Start der WM-Qualifikation mindestens fünf, meist sogar mehr potenzielle Stammspieler verletzt. Kai Havertz, Jamal Musiala, jetzt Serge Gnabry. Es gibt wahnsinnig viele Spiele, die Jungs kommen oft mit Muskelproblemen zur Nationalmannschaft.“ Der 66-Jährige betonte, dass die Rotation aufgrund der vollen Terminkalender und der Belastungssteuerung notwendig sei: „Alles andere ist Wunschdenken.“
Völler verteidigt Nagelsmanns Stadionbesuche
Kritik gab es auch daran, dass sich Nagelsmann im Halbjahr vor der WM vergleichsweise selten in Stadien blicken ließ. Völler relativierte dies: „Ich bin ein Romantiker, der gerne im Stadion ist. Julian handhabt das etwas anders, er ist trotzdem total fußballverrückt, schaut sich permanent Spiele an. Aber klar, manchmal muss man sich als Bundestrainer auch zeigen. Und das tut Julian ja.“
Zu einer möglichen Rückkehr von Torwart Manuel Neuer ins DFB-Team äußerte sich Völler nicht. Die Diskussion um die Aufstellung und die Vorbereitung auf die WM bleibt jedoch ein zentrales Thema im deutschen Fußball.



