Eisheilige zeigen Wirkung: Kalt und nass – doch bald könnte alles anders werden
Derzeit ist es in Deutschland kalt und nass, doch das könnte sich bald ändern. Aktuelle Langfristmodelle deuten auf einen heißen Sommer hin. Diplom-Meteorologe Dominik Jung erklärte gegenüber BILD: „Die aktuellen Langfristmodelle deuten mit ungewöhnlich hoher Übereinstimmung auf einen zu warmen Sommer 2026 in Deutschland und weiten Teilen Mittel- und Osteuropas hin.“ Vier von fünf Modellläufen zeigen diesen Trend. Es droht eine Hitzewelle.
Hohe Wahrscheinlichkeit für überdurchschnittliche Temperaturen
„Die Wahrscheinlichkeit für einen Sommer, der über dem langjährigen Mittel der Jahre 1991 bis 2020 liegt, beträgt rund 80 Prozent“, so Jung. Dieses langjährige Mittel für die Monate Juni, Juli und August liegt in Deutschland bei 17,5 Grad. „Das aktuelle Signal deutet auf eine Abweichung von 1,5 bis 2,5 Grad nach oben hin“, erklärte der Wetterexperte den Sommer-Trend.
Anzeichen für einen Super-Sommer 2026
Die Anzeichen für den Super-Sommer 2026 sind vielfältig: Im tropischen Pazifik baut sich gerade ein neuer El Niño auf – und zwar deutlich schneller und kräftiger als noch im Frühjahr erwartet. Mehr als die Hälfte der Modell-Läufe sieht die Wassertemperatur in den entscheidenden Regionen bis zum Spätsommer über 2,5 Grad über dem Normalwert. „Damit bewegen wir uns auf dem Niveau eines sogenannten Super-El-Niño“, so Jung. Solche Ereignisse verschieben den Jetstream und begünstigen stabile Hochdruckwetterlagen über Mittel- und Osteuropa. Die Auswirkungen können weltweit sogar bis ins Folgejahr reichen: 2027 könnte die Hitze noch einen draufsetzen und das heißeste Jahr aller Zeiten hervorbringen.
Weitere Faktoren: Indischer Ozean und Kaltanomalie
Zeitgleich entwickelt sich im Indischen Ozean auch ein positiver Indischer-Ozean-Dipol, der die atmosphärische Wirkung Richtung Europa zusätzlich stützt. Hinzu kommt eine ausgeprägte Kalt-Anomalie südlich von Grönland. „Diese Konstellation hat in den letzten Jahren mehrfach dafür gesorgt, dass sich Hochdruck-Rücken über Westeuropa aufbauen und die atlantische Tiefdruckrinne weiter nach Norden gedrückt wird“, sagte Jung zu BILD.
Trockene Böden begünstigen Hitze
„Ein häufig unterschätzter Punkt ist die Bodenfeuchte“, ergänzte Dominik Jung. Denn: „Über Frankreich, Osteuropa, dem Baltikum und Skandinavien fehlt bereits jetzt deutlich Wasser im Boden. Trockene Böden bedeuten weniger Verdunstungskühlung im Sommer und damit höhere Lufttemperaturen.“ Die Zeichen stehen also auf heiß.



