Bundeswehr-Oberst gibt Tipps: So schützt sich die Bevölkerung in Krisenfällen
Bundeswehr-Oberst: So schützt sich die Bevölkerung in Krisen

Bundeswehr-Experte erläutert Maßnahmen für den Bevölkerungsschutz

Angesichts der anhaltenden Spannungen im Nahen Osten und des Krieges in der Ukraine stellen sich viele Bürger in Deutschland die Frage: Wie können wir uns im Ernstfall schützen? Auf der Pressekonferenz zur Messe Interschutz in Hannover sprach Oberst i.G. Armin Schaus (54) vom Operativen Führungskommando der Bundeswehr über dieses wichtige Thema.

Zivilschutz als zentrale Aufgabe

Der Bundeswehr-Offizier betonte deutlich: „Für den Schutz der Bevölkerung ist der Zivilschutz zuständig – nicht die Bundeswehr.“ Konkret bedeutet dies, dass das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe die Richtlinien für die Vorbereitung der Bürger vorgibt. Grundlage hierfür ist der sogenannte „Allgefahren-Ansatz“, der verschiedene Bedrohungsszenarien berücksichtigt.

„Man darf es nicht nur auf Krieg reduzieren“, erklärte Schaus. „Es geht auch um Stromausfälle, Sabotage, Naturkatastrophen oder Pandemien.“ Eine klare Empfehlung des Experten lautet: „Vorräte für zehn Tage im Haus haben.“ Denn bis staatliche Maßnahmen anlaufen, vergehe wertvolle Zeit. Wer gut vorbereitet sei, verschaffe sich nicht nur Sicherheit, sondern entlaste auch die Einsatzkräfte.

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Planung und Absprachen im Familienkreis

Doch die Vorsorge beschränkt sich nicht nur auf materielle Vorräte. „Vorbereitung ist auch Kopfsache“, betonte der Oberst. Er rät zu einfachen, aber wirkungsvollen Absprachen innerhalb der Familie:

  • Festlegung von Treffpunkten für den Fall, dass Kommunikationsmittel wie WhatsApp ausfallen
  • Klare Vereinbarungen, wer welche Aufgaben übernimmt
  • Beispielsweise könnte die Großmutter die Kinder an einem vorher bestimmten Ort abholen

„Diese einfachen Mittel sind schon ein riesiger Schritt“, so Schaus. Eine gute Planung könne im Ernstfall Panik verhindern und für geordnete Abläufe sorgen.

Schutzräume und die aktuelle Sicherheitslage

Für den Fall, dass Schutzräume benötigt werden, nennt der Experte praktische Lösungen:

  1. Keller in privaten Wohnhäusern
  2. Tiefgaragen von Unternehmen
  3. U-Bahnhöfe und andere öffentliche Räume

Schaus weist darauf hin: „Wenn man selbst keinen Keller hat, hilft vielleicht der Nachbar. Oder im Ort ist eine Firma mit Tiefgarage, oder eine Schule mit Keller.“ Zur aktuellen militärischen Lage äußerte sich der Oberst deutlich: „Ich sehe keine Anzeichen für einen klassischen militärischen Konflikt in Deutschland.“ Deutschland sei in ein starkes Bündnis eingebettet, und alle Maßnahmen im Rahmen der NATO dienten der Kriegsverhinderung.

Resilienz als Schlüsselbegriff

Die abschließende Botschaft von Oberst Schaus an die Bürger lautet: Ruhe bewahren, vorsorgen und zusammenhalten. „Am Ende geht es um Resilienz“, betonte der Experte. Gemeint ist damit die Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft gegenüber verschiedenen Gefahren und Krisensituationen. Durch individuelle Vorbereitung und kollektive Absprachen könne die Bevölkerung einen wichtigen Beitrag zur eigenen Sicherheit leisten.

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