Virologe Drosten fordert Pressezensur – Gunnar Schupelius kritisiert
Drosten fordert Pressezensur – Schupelius kritisiert

Gunnar Schupelius – Mein Ärger: Virologe Drosten plädiert jetzt für Pressezensur. Leitet das Institut für Virologie an der Charité: Prof. Christian Drosten. Foto: Annette Riedl/dpa. Gunnar Schupelius. 04.05.2026 – 18:24 Uhr. Berlin – Christian Drosten ist seit 2020 in erheblicher Erklärungsnot. Da dreht er den Spieß um und erklärt diejenigen für schuldig, die seine Fehler aufgedeckt haben.

Der Chef-Virologe der Berliner Charité

Christian Drosten wurde für seine Forderung nach einem strikten Lockdown in den Jahren 2020 bis 2022 bekannt. Dafür wird er bis heute von Fachkollegen und Journalisten heftig kritisiert. Jetzt hat Drosten Kritik an dieser Kritik geübt. In einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ vom 29. April sagte er, „ein kleiner Teil der Presse“ habe versucht, ihn als Person anzugreifen.

Drosten fordert „einschreiten“ gegen falsche Informationen

Diese Journalisten hätten „eine Meinungsblase in ihren Redaktionen gebildet“ und falsche Informationen verbreitet. Dagegen müsse man „einschreiten“. Drosten fordert eine neue „berufsständische Qualitätssicherung“ für den Journalismus. Was er genau meint, sagt er nicht. Aus allem, was er sagt, geht aber hervor, dass er eine Kontrolle der Medien und eine Einschränkung der Meinungsfreiheit meint.

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Es ist nicht das erste Mal, dass Drosten nach Zensur ruft. Im Oktober 2023 erklärte er am Rande des „World Health Summit“ in der Charité, es sollten nur die Wissenschaftler gehört werden, „die wirklich Experten sind“. Dazu zählt er sich offenbar vorrangig selbst. Drosten scheint sich für unfehlbar zu halten. Er setzte sich 2020 massiv für Schulschließungen ein, die später als schwerer Fehler erkannt wurden. Noch im Juli 2024 behauptete er in einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), Versammlungsverbote, Kontaktsperren und Homeoffice-Pflicht hätten „eindeutig eine Wirkung“ gezeigt, also die Pandemie eingedämmt. Beweise dafür liefert er nicht, es gibt sie auch nicht. Drosten ist seit 2020 in erheblicher Erklärungsnot. Da dreht er den Spieß um und erklärt diejenigen, die seine Fehler aufgedeckt haben, für schuldig. Er sollte lieber schweigen.

Hat Gunnar Schupelius recht? Schreiben Sie an: gunnar.schupelius@axelspringer.de. Haben Sie Fehler entdeckt? Möchten Sie etwas kritisieren? Dann schreiben Sie uns gerne!

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