Ein Schiff der französischen Großreederei CMA CGM ist in der Straße von Hormus angegriffen worden. Dabei wurden mehrere Besatzungsmitglieder verletzt und anschließend evakuiert, wie das Unternehmen mit Sitz in Marseille mitteilte. Der unter maltesischer Flagge fahrende Frachter San Antonio erlitt bei dem Angriff am Dienstag Schäden. Die Reederei machte jedoch keine näheren Angaben zu den Umständen des Angriffs oder zur möglichen Urheberschaft. Auch der Gesundheitszustand der Verletzten blieb unklar.
Bereits zweiter Vorfall innerhalb weniger Wochen
Erst im vergangenen Monat hatte CMA CGM von Warnschüssen auf eines ihrer Schiffe in derselben Meerenge berichtet. Damals wurde jedoch niemand verletzt. Das Unternehmen, das als drittgrößte Containerreederei der Welt gilt, beziffert die Zahl der seit Beginn der US-amerikanischen und israelischen Angriffe auf Iran festgesetzten eigenen Schiffe auf insgesamt 14. Die CMA CGM Kribi konnte Anfang April die Meerenge wieder verlassen. Die nun attackierte San Antonio war auf dem Weg zum indischen Hafen Mundra, wie aus Schifffahrtsdaten hervorgeht.
Blockade der Straße von Hormus
Nach dem Ausbruch des Irankriegs hatte Teheran die für die Weltwirtschaft essenzielle Straße von Hormus weitgehend blockiert. Hunderte Schiffe wurden gestoppt, etwa ein Fünftel des globalen Ölhandels kam praktisch zum Erliegen. Am Montag starteten die USA einen Einsatz zur Sicherung der Durchfahrt. Doch US-Präsident Donald Trump kündigte an, diesen „für kurze Zeit“ auszusetzen. Er sprach zugleich von „großen Fortschritten“ bei Verhandlungen mit Iran. Experten hingegen sehen kaum Fortschritte und bezweifeln, dass der von der US-Regierung begonnene Krieg erfolgreich beendet werden kann.



