Griechischer Geheimdienst vereitelt mutmaßliche Spionageaktion für Iran
Dem griechischen Geheimdienst EYP ist offenbar ein bedeutender Schlag gegen einen mutmaßlichen Spion des Iran-Regimes gelungen. Ein 36-jähriger Mann mit georgischer Staatsbürgerschaft wurde festgenommen, weil er auf der Insel Kreta US-amerikanische Kriegsschiffe ausgespäht haben soll. Die Ermittlungen deuten darauf hin, dass der Mann im Auftrag des Mullah-Regimes im Iran handelte.
Festnahme am Athener Flughafen nach Einreise aus Deutschland
Der Verdächtige war am 3. Februar aus Deutschland nach Griechenland eingereist und hatte sich in einem Hotel in der Nähe des Marinestützpunkts Souda auf Kreta einquartiert. In der Bucht von Souda befindet sich wichtige militärische Infrastruktur, die von Griechenland, den Vereinigten Staaten und der NATO genutzt wird. Der Mann wurde schließlich am Flughafen von Athen festgenommen, als er offenbar das Land verlassen wollte.
Beweise auf Mobiltelefon entdeckt
Nach Angaben von Geheimdienstquellen wurden auf dem Mobiltelefon des Georgiers Bilder des US-Flugzeugträgers USS Gerald Ford gefunden. Der Flugzeugträger hatte kürzlich in der Bucht von Souda angelegt, um Versorgungsgüter aufzunehmen, bevor er seine Fahrt in den Nahen Osten fortsetzte. Die Behörden prüfen außerdem, ob der Mann über eine Messaging-App Kontakt zu einer Person im Iran hatte.
Ermittlungen zu möglichem Spionagenetzwerk
Der Fall wurde zur Voruntersuchung an die Anti-Terror-Behörde der griechischen Polizei weitergeleitet. Der Geheimdienst EYP wird die gesammelten Daten über die Bewegungen und Aktivitäten des Mannes voraussichtlich an die Justizbehörden übergeben. Griechische Sicherheitsbeamte haben zudem Kontakt zu ausländischen Geheimdiensten aufgenommen, um die Kontakte des Verdächtigen zu kartieren und ein mögliches größeres Netzwerk zu untersuchen.
Es könnte sich bei dem Festgenommenen um einen sogenannten "reisenden Agenten" handeln, der für kurze Zeit in einem Land operiert, um spezifische Informationen zu sammeln, bevor er weiterreist.
Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen nach Spannungen im Nahen Osten
Die Sicherheitsvorkehrungen auf dem Marine-Stützpunkt Souda wurden in den letzten Wochen deutlich verstärkt. Diese Maßnahmen erfolgten nach Angriffen Israels und der Vereinigten Staaten auf Ziele im Iran und spiegeln die erhöhte Wachsamkeit angesichts der geopolitischen Spannungen in der Region wider.
Der Verdächtige hat sich zu den Vorwürfen bisher nicht geäußert. Die Staatsanwaltschaft wartet auf weitere Beweise vom Nachrichtendienst, bevor mögliche Anklagen erhoben werden. Die Ermittlungen konzentrieren sich darauf, ob der Mann allein handelte oder Teil eines umfassenderen Spionagerings ist, der im Mittelmeerraum aktiv ist.



