Ismaning wird zum „Ort der Demokratie in Bayern“ ernannt
Ismaning: Auszeichnung als Ort der Demokratie

Die Gemeinde Ismaning ist vom Bayerischen Landtag offiziell als „Ort der Demokratie in Bayern“ ausgezeichnet worden. Grund ist die Besetzung des Senders Ismaning durch die Freiheitsaktion Bayern (FAB) am 28. April 1945, die das Ende der NS-Herrschaft forderte. Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) würdigte den zivilen Widerstand als eindrucksvolles Beispiel für den Schutz von Freiheit und Demokratie. Künftig wird eine goldene Gedenk-Stele an den historischen Einsatz erinnern.

Der Aufstand der Freiheitsaktion Bayern

Im April 1945, als alliierte Truppen bereits tief in Bayern standen, formierte sich aus Militäreinheiten in München, Freising und dem Stalag Moosburg die Freiheitsaktion Bayern. Ihr Ziel war die Beendigung der NS-Herrschaft und die Rettung bayerischer Städte vor Zerstörung. In der Nacht zum 28. April besetzten etwa 440 Soldaten den Sender Ismaning, der eine Reichweite von über 100 Kilometern hatte. Von dort verkündeten sie einen Zehn-Punkte-Plan, der unter anderem einen sofortigen Waffenstillstand und die Wiederherstellung der Grundrechte forderte.

Ein breiter Widerstand

Der Historikerin Veronika Diem zufolge folgten rund 1000 Menschen dem Aufruf der FAB an über 70 Orten. Sie hissten weiße Flaggen, setzten NS-Funktionäre fest oder räumten Panzersperren. Der Aufstand scheiterte jedoch; fast 60 Menschen wurden getötet. Dennoch betont Diem die Bedeutung: „Das Programm zeigt, dass die Aktion unter demokratischen Vorzeichen stand.“ Die Beteiligten kamen aus unterschiedlichen Gruppen – von Kriegsgefangenen bis zu Bürgern – und seien nicht in eine weltanschauliche Schublade zu stecken.

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Lehren für die Gegenwart

Ismanings Dritte Bürgermeisterin Luise Stangl (SPD) zieht aus dem Widerstand Lehren für heute: „Es ist notwendig, den Mund aufzumachen und die Stimme zu erheben, um nichts einschleifen zu lassen.“ Die Gemeinde lege an Schulen großen Wert auf demokratisches Miteinander. Die Auszeichnung als Ort der Demokratie sei die Krönung dieser Bemühungen.

Bereits seit 1947 erinnert die Münchner Freiheit an die Widerstandsbewegung. Im vergangenen Jahr wurde eine Erinnerungstafel am Sender Ismaning angebracht. Wann die goldene Stele eingeweiht wird, steht noch nicht fest. Die Initiative „Orte der Demokratie in Bayern“ des Landtags würdigt bedeutende Schauplätze der Demokratiegeschichte und umfasst nun 20 Stätten.

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