Für Huub Stevens (72) war der vergangene Samstag ein Tag wie aus dem Bilderbuch. Zunächst sicherte sein Ex-Verein HSV mit einem 2:1-Sieg in Frankfurt den Klassenerhalt. Nur wenige Stunden später feierte Schalke 04 die Rückkehr in die Bundesliga – Stevens war in Gelsenkirchen live dabei.
Stevens voll des Lobes für Polzin
Besonders beeindruckt zeigte sich der frühere Star-Trainer von der Arbeit des aktuellen HSV-Coaches Merlin Polzin (35). „Ich ziehe meinen Hut vor dem Jungen. Polzin ist ein absoluter Glücksfall für den HSV“, sagte Stevens. „Er und sein gesamtes Team wirken auf mich wie eine verschworene Gemeinschaft, die sich nicht einfach umpusten lässt.“
Stevens, der in der Rückrunde 2006/2007 den damaligen Tabellen-18. HSV noch nach Europa führte und in der darauffolgenden Saison Platz 4 belegte, ist der letzte Hamburg-Trainer vor Polzin, der die Saisonziele des Klubs in zwei aufeinanderfolgenden Jahren erfüllte. Das ist mittlerweile 18 Jahre her.
Bescheidene Art und tiefe Verbundenheit
Stevens lobte auch Polzins zurückhaltende Art: „Was mir sehr gefällt, ist, dass Merlin sich nicht unnötig in den Vordergrund schiebt und anderen nicht die Sonne nimmt. Er hat eine angenehm bescheidene Art.“ Die Verbundenheit mit dem HSV sieht der „Knurrer von Kerkrade“ als großes Plus. „Er war Fan, Jugendtrainer, arbeitete als Assistent diverser Coaches im Namen der Raute. Merlin kennt in diesem Klub jeden Mitarbeiter und jeden Stein. Er spürt anbahnende Strömungen, bevor sie sich zu einer Mega-Welle entwickeln. Ich wünsche dem HSV, dass sie seinen bis 2027 laufenden Vertrag bald verlängern. So eine Trainer-Konstellation findet man nicht oft.“
Herausforderungen in der kommenden Saison
Der erfahrene Niederländer weiß aus seiner langen Karriere als Spieler und Trainer, dass in der kommenden Spielzeit harte Prüfungen auf die Mannschaft und Polzin zukommen. „Die zweite Saison wird deutlich komplizierter als die aktuelle. Den HSV wird dann niemand groß unterschätzen. Dieser Überraschungseffekt ist vorbei. Der Verein trägt einen großen Namen und daran wird er stets gemessen. Auch wenn der Kader möglicherweise eine andere Qualität besitzt, wird das eine Herausforderung.“



