Kriegsgedenken: Landtagspräsidentin ruft zu Zusammenhalt auf
Landtagspräsidentin ruft zu Zusammenhalt auf

Gedenkfeier im Landtag: Appell gegen Krieg und Hass

Mit einer feierlichen Veranstaltung im Brandenburger Landtag hat die Landesregierung an das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 81 Jahren erinnert. Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke (SPD) rief die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, sich für ein friedliches Miteinander einzusetzen. „Diktatoren, die ihr eigenes Grundgesetz ignorieren, die Friedensordnung der Welt zu sprengen suchen und populistisch die eigene Bevölkerung belügen, gehören nicht ins 21. Jahrhundert“, sagte die SPD-Politikerin bei der Feierstunde im Innenhof des Landtags. Sie betonte, dass die Befreiung vom Nationalsozialismus Freiheit, Unabhängigkeit und Demokratie ermöglicht habe. Liedtke appellierte an die Gesellschaft, Freundschaft und Zusammenhalt als Gegenmittel zu Krieg und Spaltung zu pflegen.

Innenminister Redmann: Nationalsozialismus wird noch immer verharmlost

Innenminister Jan Redmann (CDU) zeigte sich tief besorgt darüber, dass der Nationalsozialismus 81 Jahre nach Kriegsende „immer noch geleugnet, verharmlost und glorifiziert“ werde. „Es ist unerträglich, wie offen das Erinnern von manchen infrage gestellt wird“, sagte der stellvertretende Ministerpräsident. Er verwies auf die steigende Zahl antisemitischer und rechtsextremer Vorfälle in Brandenburg. „Die jüngsten Angriffe auf die Synagoge in Cottbus sprechen eine traurige Sprache. Hier werden die Lehren aus dem Nationalsozialismus geleugnet“, so Redmann. Er rief dazu auf, die Erinnerung an die Verbrechen der NS-Zeit wachzuhalten und sich entschieden gegen jede Form von Extremismus zu stellen.

Historischer Hintergrund: Der 8. Mai 1945

Mit der Kapitulation des Deutschen Reiches endete am 8. Mai 1945 der Zweite Weltkrieg in Europa. Der Nationalsozialismus hatte unermessliches Leid über die Welt gebracht: Im Holocaust wurden rund sechs Millionen Juden systematisch ermordet. Brandenburg begeht den 8. Mai seit 2016 als offiziellen Gedenktag. Traditionell werden zu den Feierlichkeiten Botschafter der ehemaligen alliierten Staaten und von Ländern eingeladen, die unter dem Krieg gelitten haben. In diesem Jahr war die Botschafterin Kanadas in Deutschland, Vera Alexander, zu Gast.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Kanadas Botschafterin: Kriegsende als Triumph der Menschlichkeit

Vera Alexander betonte in ihrer Rede die enge Verbundenheit zwischen Kanada und Deutschland. Das Ende des Zweiten Weltkriegs sei nicht nur ein militärischer Sieg gewesen, sondern „ein moralischer Sieg, der Triumph der Menschenwürde über den Hass, der Solidarität über den Terror und des unbeugsamen Willens freier Völker, der Tyrannei Widerstand zu leisten“. Sie unterstrich die Bedeutung der deutsch-kanadischen Partnerschaft: „Unsere Partnerschaft ist wichtiger denn je. Uns eint das Bekenntnis zur Demokratie, zur Herrschaft der Liebe und zur Würde jedes einzelnen Menschen.“

Potsdams Oberbürgermeisterin: Gedenktag als Mahnung

Potsdams Oberbürgermeisterin Noosha Aubel (parteilos) bezeichnete den Gedenktag als einen Auftrag für die Gegenwart. „Der 8. Mai mahnt uns, wachsam zu bleiben“, sagte sie laut einer Mitteilung der Stadt. Am Nachmittag fand eine weitere Gedenkfeier auf dem Sowjetischen Ehrenfriedhof am Bassinplatz statt, um der Opfer des Krieges zu gedenken. Die Veranstaltungen in Brandenburg stehen in diesem Jahr unter dem Eindruck zunehmender rechtsextremer und antisemitischer Vorfälle, die die Gesellschaft herausfordern.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration