Emotionale Ankunft in Frankfurt: Erster Regierungsflug aus Nahost-Krisenregion gelandet
Nach einer turbulenten Reise mit unerwarteten Zwischenstopps und beunruhigenden Erlebnissen sind über 250 Passagiere mit dem ersten Evakuierungsflug der Bundesregierung aus der Golf-Region in Frankfurt am Main gelandet. Die Lufthansa-Maschine aus Maskat im Oman erreichte den Flughafen mit fast zwei Stunden Verspätung, wo sich im Ankunftsbereich emotionale Wiedersehensszenen abspielten.
„Habe eine Rakete gesehen“: Passagiere schildern ihre Erlebnisse
Francesca Matić aus Bad Kreuznach lag nach der Landung endlich wieder in den Armen ihrer Eltern. Die 28-Jährige war eigentlich im Urlaub in Sri Lanka gewesen und sollte in Doha umsteigen, als ihr Flugzeug plötzlich abdrehte und stattdessen im Oman landete. „Man wollte trotzdem einfach nur nach Hause“, erklärt die junge Frau, die sich kurzfristig beim Auswärtigen Amt angemeldet hatte und die Erlaubnis für den Evakuierungsflug erhielt.
Carl Wagener und Lea Möller hatten ihren Urlaub in Dubai verbracht, als der Konflikt in der Region eskalierte. „Natürlich ist es beunruhigend, wenn man Raketen über die Köpfe fliegen sieht“, berichtet der 24-jährige Siegener. Eine Nacht mussten beide sogar in einer Tiefgarage verbringen, nachdem eine Warnmeldung auf ihre Handys gekommen war. Glücklicherweise gelang ihnen die eigenständige Reise in den Oman, wo sie noch auf den Evakuierungsflieger aufspringen konnten.
Priorisierung vulnerabler Gruppen und alternative Reisewege
Nach Angaben von Bundesaußenminister Johann Wadephul wurden bei der Auswahl der Passagiere vorrangig Angehörige besonders verwundbarer Gruppen berücksichtigt. Dazu zählen Schwangere, Kranke und Kinder. Der Evakuierungsflug der Bundesregierung war allerdings nicht die erste Maschine, die seit Kriegsbeginn Deutschland erreichte. Bereits seit Dienstag hatten insbesondere Fluggesellschaften aus den Vereinigten Arabischen Emiraten einzelne Flüge angeboten.
Benjamin, der seinen Nachnamen nicht nennen möchte, ist mit seiner Frau und zwei Kindern erleichtert, wieder in Deutschland zu sein. Die Familie lebt eigentlich in Dubai, entschied sich jedoch nach dem Beginn der Kämpfe, vorerst zu Verwandten nach Hamburg zu reisen. „Für die Kinder war's dann doch ein bisschen verstörend“, erklärt der Vater. Seine 14-jährige Tochter ergänzt mit eindrücklichen Worten: „Ich habe sogar 'ne Rakete gesehen.“
Fünf Tage Verzögerung und ein glückliches Ende
Besonders dramatisch verlief die Reise für die junge Familie von Jürgen Schmitt aus Nürnberg. Die Urlauber waren auf dem Rückweg aus Thailand, als ihr geplanter Zwischenstopp in den Emiraten unmöglich wurde – der Flugraum war kurzfristig gesperrt worden. Stattdessen landete ihr Flugzeug im Oman, von wo aus sie mit fünf Tagen Verzögerung nach Deutschland gelangten. Die Großeltern waren mitten in der Nacht aufgestanden, um pünktlich in Frankfurt zu sein und ihre Tochter, den Schwiegersohn und die fünfjährige Enkelin in Empfang zu nehmen. Mit Tränen in den Augen und großer Erleichterung resümiert Tourist Jürgen Schmitt: „Der Krimi ist vorbei!“
Die Passagiere des Evakuierungsflugs waren wie zehntausende andere Reisende infolge der jüngsten militärischen Auseinandersetzungen in der Golf-Region gestrandet. Viele von ihnen hatten bereits eine Reisezeit von über 30 Stunden hinter sich, als sie endlich deutschen Boden betraten. Für ihren Platz an Bord des Regierungsfluges zahlten sie 500 Euro pro Person – ein Preis, den alle gerne investierten, um zurück in die friedliche Heimat zu gelangen.



