Die Zahl der politisch motivierten Straftaten in Sachsen-Anhalt hat im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht. Wie das Innenministerium am Dienstag mitteilte, wurden 2025 insgesamt 4.144 solcher Delikte registriert. Dies entspricht einem Anstieg um 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, in dem 4.009 Fälle erfasst wurden.
Innenministerin Zieschang zeigt sich alarmiert
Sachsen-Anhalts Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) bezeichnete die Entwicklung als besorgniserregend. „Die Rekordzahl ist ein ernstzunehmendes Warnsignal für unsere Gesellschaft“, sagte sie bei der Vorstellung der Jahresbilanz. Die Zunahme politisch motivierter Straftaten sei ein Indikator für wachsende gesellschaftliche Spannungen und erfordere entschlossenes Handeln der Sicherheitsbehörden.
Hintergrund der Statistik
Die Statistik erfasst alle Straftaten, die in einem Zusammenhang mit politischen Einstellungen stehen – dazu zählen unter anderem Delikte aus den Bereichen Extremismus, Hasskriminalität und Propagandadelikte. Die genaue Aufschlüsselung nach Tatmotiven und Deliktarten soll in den kommenden Wochen veröffentlicht werden. Experten warnen bereits seit längerem vor einer zunehmenden Radikalisierung in Teilen der Bevölkerung.
Die Landesregierung kündigte an, die Präventionsarbeit zu verstärken und die Ermittlungskapazitäten auszubauen. „Wir werden nicht zulassen, dass Extremisten unsere Demokratie untergraben“, betonte Zieschang. Die Bekämpfung politisch motivierter Kriminalität bleibe ein Schwerpunkt der Innenpolitik in Sachsen-Anhalt.



