Hunderte Schülerinnen und Schüler haben in Brandenburg bei einem Schulstreik gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht demonstriert. In Potsdam zogen sie am Freitag friedlich vom Hauptbahnhof durch die Innenstadt, wie die Polizei mitteilte. Der Protest fand bewusst am 8. Mai statt, dem Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges und der Befreiung vom Nationalsozialismus vor 81 Jahren.
„Nie wieder Wehrpflicht“ auf Plakaten
Auf den Schildern der Jugendlichen waren Slogans wie „Nie wieder Wehrpflicht“ und „Jugend, die kämpft“ zu lesen. Nach ersten Schätzungen der Polizeidirektion West beteiligten sich in Potsdam rund 200 Menschen an der Aktion. Auch in Cottbus waren für den Mittag Proteste von Schülern gegen die Wehrpflicht angekündigt.
„Wir erinnern an den historischen 8. Mai und rufen bestimmt: Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus! Nie wieder Wehrpflicht!“, hieß es im Aufruf zu den Demonstrationen im Internet. Seit Dezember 2025 gibt es bundesweit immer wieder Proteste gegen die Wehrdienstpläne der Bundesregierung.
Gesetz zur Wehrpflicht in Kraft
Das Gesetz über den neuen Wehrdienst war zum 1. Januar 2026 in Kraft getreten. Kern der Regelung ist die verpflichtende Musterung für junge Männer ab dem Jahrgang 2008. Ziel ist es, mehr Freiwillige für einen Ausbau der Bundeswehr zu gewinnen. Sollten die angestrebten Zielkorridore nicht erreicht werden, kann der Bundestag über eine allgemeine Wehrpflicht entscheiden. Die Schülerproteste richten sich gegen diese Entwicklung und fordern ein klares Bekenntnis zu einer Freiwilligenarmee.



