Flugstreik legt Hamburger Block-Entführungsprozess lahm
Ein aktueller Streik bei einer Fluggesellschaft hat direkte Auswirkungen auf ein hochkarätiges Strafverfahren in Hamburg. Der Prozess um die spektakuläre Entführung der Block-Kinder muss einen wichtigen Verhandlungstermin absagen, weil zwei der sieben Angeklagten im Ausland festsitzen und nicht einreisen können.
Angeklagte können nicht zu Gericht erscheinen
Eine Sprecherin des Landgerichts Hamburg bestätigte, dass die für Dienstag geplante Hauptverhandlung ausfallen muss. Zwei der Beschuldigten befinden sich derzeit im Ausland und können aufgrund der Streikmaßnahmen im Luftverkehr nicht nach Deutschland reisen. Ob es sich dabei um den aktuellen Pilotenstreik bei Lufthansa handelt, ließ das Gericht offen.
Eigentlich hatte die Strafkammer geplant, eine weitere Kriminalbeamtin als Zeugin zu vernehmen. Bereits in früheren Verhandlungstagen wurden mehrere Beamte des Landeskriminalamts befragt. Die für den Prozessverlauf entscheidenden Vernehmungen von weiteren Beschuldigten aus Israel können ohnehin nicht stattfinden – hier verhindert der anhaltende Iran-Krieg die notwendigen Reisen.
Hintergrund der spektakulären Entführung
Hauptangeklagte in dem Verfahren ist die Hamburger Unternehmerin Christina Block (52). Der Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, eine israelische Sicherheitsfirma beauftragt zu haben, zwei ihrer Kinder gewaltsam aus Dänemark nach Deutschland zu bringen. In der Silvesternacht 2023/24 waren der damals zehnjährige Junge und seine 13-jährige Schwester von ihrem Wohnort beim Ex-Mann ihrer Mutter nach Süddeutschland entführt worden.
Von dort holte Christina Block die Kinder schließlich nach Hamburg. Die Tochter von Eugen Block, dem Gründer der bekannten Steakhaus-Kette „Block House“, bestreitet jedoch vehement, den Auftrag zur Entführung erteilt zu haben. Sie weist alle Vorwürfe zurück.
Weitere Angeklagte und Verfahrensverlauf
Neben Christina Block müssen sich sechs weitere Personen vor Gericht verantworten:
- Gerhard Delling (66), der Lebensgefährte von Christina Block und ehemalige Sportmoderator
- Ein israelischer Staatsbürger, der seine Beteiligung an der Entführung bereits gestanden hat
- Andreas Costard, der Anwalt der Block-Familie
- Der Geschäftsführer einer Hamburger Sicherheitsfirma
- Eine Verwandte von Christina Block sowie deren Ehemann
Gerhard Delling bestreitet wie die Hauptangeklagte, etwas Unrechtes getan zu haben. Die Verteidigung aller Beschuldigten läuft auf Hochtouren.
Der nächste Verhandlungstermin ist für Montag, den 20. April 2026 angesetzt – nach einer dreiwöchigen Unterbrechung des Prozesses. Ob bis dahin alle Angeklagten anreisen können, bleibt angesichts der unklaren Streikentwicklung im Luftverkehr ungewiss. Das Hamburger Landgericht muss flexibel auf die dynamische Situation reagieren, während die Öffentlichkeit gespannt den Fortgang dieses außergewöhnlichen Familienrechts-Strafverfahrens verfolgt.



