Am Landgericht Rostock ist der Mordprozess um den getöteten Fabian (8) aus Güstrow fortgesetzt worden. Dabei kamen neue Details ans Licht: Die Polizei hat ein Messer gefunden, das bereits im Dezember 2025, zwei Monate nach dem Tod des Jungen, entdeckt worden war. Der Vater hatte den Fund damals gemeldet, doch die Polizei lehnte eine Untersuchung ab. Dies kritisierte der 35-jährige Vater im Prozess scharf. Nun prüft die Staatsanwaltschaft, ob es sich um die Tatwaffe handelt. Der Finder des Messers soll als Zeuge gehört werden. Richter Holger Schütt kündigte zehn weitere Verhandlungstermine an, sodass der Prozess voraussichtlich bis August dauern wird.
Mutter des Freundes: „Er hat nach Liebe gesucht“
Die Mutter des besten Schulfreundes von Fabian berichtete, dass sich der Junge zu Hause sehr einsam gefühlt habe. „Der Junge hat bei uns nach Liebe gesucht“, sagte sie. Sie habe ihn manchmal drängen müssen, nach Hause zu gehen. Fabian sei spätabends oft allein gewesen, während seine Mutter mit Freunden im Garten Alkohol getrunken habe. „Fabi war immer hungrig“, fügte die Zeugin hinzu. Seit Sommer 2025 habe Fabian wieder begeistert von seinem Vater gesprochen, der ein Baumhaus gebaut hatte. Fabian freute sich auf das Wochenende nach dem 10. Oktober 2025 – dem Tag, an dem er getötet wurde.
Lehrerin: Fabian oft allein unterwegs
Die Klassenlehrerin berichtete, dass Fabian zu Beginn der 3. Klasse stolz vom Kontakt zu seinem Vater erzählte. „Er war aber sehr oft allein in der Stadt unterwegs“, sagte die 29-Jährige. Fabian habe keinen Hortplatz mehr gehabt. In der Schule hatte er Schwierigkeiten im Lesen und Schreiben, mochte aber Mathe. Von der Angeklagten, der Ex-Freundin seines Vaters, sprach er nie. Die Lehrerin betonte, dass Handys in der Grundschule ausgeschaltet sein sollten.
Ermittlungen gegen den Vater wegen Falschaussage
Oberstaatsanwalt Harald Nowack gab bekannt, dass gegen den Vater wegen Verdacht der Falschaussage ermittelt wird. Nach einer achtstündigen Vernehmung bestehe der Verdacht, dass der 35-Jährige nicht immer die Wahrheit gesagt habe. Richter Schütt ermahnte alle Beteiligten, keine Beweismittel an Fremde weiterzugeben, da solche Informationen bereits an Bekannte der Mutter gelangt sein sollen.
Die Staatsanwaltschaft wirft der 30-jährigen Angeklagten vor, Fabian am 10. Oktober 2025 von der Wohnung der Mutter abgeholt und später mit mehreren Messerstichen getötet zu haben. Fabian war wegen Kopfschmerzen allein zu Hause. Seine Leiche wurde am 14. Oktober an einem Wasserloch bei Klein Upahl gefunden. Die Angeklagte soll die Beziehung zum Vater gestört haben, was die Verteidigung bezweifelt. Aus Chatnachrichten geht hervor, dass die Angeklagte im August 2025 nach einer Trennung zweimal versucht haben soll, sich das Leben zu nehmen. Der Vater hatte die Trennung unter anderem mit dem Wunsch nach mehr „Freiraum“ begründet.



