Zweiter Amtseid: Uckermark-Landrätin Dörk erneut vereidigt
Zweiter Amtseid für Uckermark-Landrätin Dörk

Es war ein eher unspektakulärer Moment mit nur wenigen Worten, der dennoch etwas von historischer Tragweite hatte. Vor versammelter Führungsspitze der Kreisverwaltung sowie den Fraktionsvorsitzenden des uckermärkischen Kreistages nahm Thomas Neumann (CDU) als Kreistagsvorsitzender Karina Dörk (CDU) den Amtseid als Landrätin ab. Diese Aufgabe gehört zu den Pflichten des Kreistagsvorsitzenden.

Eine Premiere im Landkreis

Der 2. Beigeordnete Henryk Wichmann (CDU) stellte nach dem offiziellen Akt fest: Es war eine Premiere. Zum ersten Mal in der Geschichte des Landkreises Uckermark, der am 6. Dezember 1993 im Zuge der brandenburgischen Kreisgebietsreform entstand, musste die oberste Amtsperson des Landkreises ein zweites Mal die Verpflichtung sprechen: „Ich schwöre, das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, die Verfassung des Landes Brandenburg und die Gesetze zu wahren und meine Amtspflichten gewissenhaft zu erfüllen.“ Karina Dörk ergänzte den Amtseid mit dem Zusatz „so wahr mir Gott helfe“.

Bisherige Landräte ohne zweite Amtszeit

Keiner der drei Landräte vor ihr – Joachim Benthin (CDU, 1993 bis 2002), Klemens Schmitz (SPD, 2002 bis 2010) sowie Dietmar Schulze (SPD, 2010 bis 2018) – hatte eine zweite Amtszeit in dieser Funktion geleistet. Als am 19. April erneut die Wahl um das Landratsamt in der Uckermark anstand, hatte sich Karina Dörk mit der Rückendeckung der Kreis-CDU einer Wiederwahl gestellt. Bekanntlich mit Erfolg: Mit 60 Prozent der Stimmen setzte sie sich gegen Herausforderer Felix Teichner (AfD) durch.

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Notwendigkeit des erneuten Amtseids

Dass die wiedergewählte Landrätin jetzt zum zweiten Mal ihren Diensteid ablegen musste beziehungsweise durfte, liegt in der Natur der Sache. Landräte sind Wahlbeamte auf Zeit. Die Dienstzeit von Karina Dörk in ihrer ersten Legislatur läuft am 31. Mai aus. Damit endet auch ihre selbst auferlegte Verpflichtung automatisch. Damit sie am 1. Juni ihr Amt weiter ausführen kann, musste sie ihren Schwur erneuern.

Emotionale Bedeutung für Dörk

Für Karina Dörk war es indes mehr als nur ein formaler Akt. „Es ist wie nach der Wahl: Ich muss schon etwas schlucken. Es ist schon etwas Besonderes, im Amt bestätigt zu werden und dann hier zu stehen, wenn alle dabei sind, um den Amtseid zu sprechen“, sagte sie und verbarg dabei nicht, dass sie der Moment emotional bewegte. Rein theoretisch wäre noch bis 31. Mai oder spätestens bis 1. Juni Zeit gewesen, den Diensteid zu leisten. Doch ihr sei es wichtig gewesen, in aller Ruhe und dem Anlass angemessen vor ihren Beigeordneten Frank Bretsch und Henryk Wichmann, Kämmerin Anke Dürre sowie den Fraktionsvorsitzenden des Kreistages ihren Eid abzulegen, bevor sie sich für eine Woche in den Urlaub verabschiedete.

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