Mutter von Fabians Schulfreund und Lehrerin sagen im Mordprozess aus
Mutter und Lehrerin im Mordprozess Fabian ausgesagt

Im Mordfall des achtjährigen Fabian aus Güstrow hat der Prozess am Landgericht Rostock neue Erkenntnisse gebracht. Am vierten Verhandlungstag sagten die Mutter seines besten Schulfreundes sowie seine Klassenlehrerin aus. Beide schilderten, dass der Junge sehr einsam gewesen sei und oft nach Zuneigung gesucht habe.

Mutter des Schulfreundes: „Er hat bei uns nach Liebe gesucht“

Die Zeugin berichtete, dass Fabian sich zu Hause oft allein gefühlt habe. „Der Junge hat bei uns nach Liebe gesucht“, sagte sie. Sie habe ihn manchmal am Wochenende drängen müssen, nach Hause zu gehen. Nach Fabians Schilderungen sei er auch spätabends oft allein gewesen, während seine alleinerziehende Mutter im Garten mit Freunden gesessen und Alkohol getrunken habe. „Fabi war immer hungrig“, fügte die Zeugin hinzu. Von seinem Vater, der seit 2018 getrennt von der Mutter lebte, sei Fabian ab Sommer 2025 wieder begeistert gewesen. Er habe dort ein Baumhaus gebaut und sich auf das Wochenende nach dem 10. Oktober 2025 gefreut – dem Tag, an dem er getötet wurde.

Lehrerin: „Er war sehr oft allein in der Stadt unterwegs“

Die Klassenlehrerin, 29 Jahre alt, erinnerte sich, dass Fabian zu Beginn der dritten Klasse stolz erzählt habe, wieder Kontakt zu seinem Vater zu haben. „Er war aber sehr oft allein in der Stadt unterwegs“, sagte sie. Einen Hortplatz habe er nicht mehr gehabt. In der Schule habe er Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben gehabt, aber Mathe habe er gemocht. Von der Angeklagten, der Ex-Freundin seines Vaters, habe er nie gesprochen.

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Neues Messer als mögliche Tatwaffe

Richter Holger Schütt gab bekannt, dass die Polizei doch noch ein Messer gefunden hat, das bereits im Dezember 2025 entdeckt und vom Vater gemeldet worden war. Damals habe die Polizei eine Untersuchung abgelehnt, kritisierte der Vater. Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob es sich um die Tatwaffe handelt. Der Finder des Messers soll als Zeuge gehört werden. Zehn weitere Verhandlungstermine sind angesetzt, der Prozess könnte bis August dauern.

Ermittlungen gegen den Vater wegen Falschaussage

Oberstaatsanwalt Harald Nowack erklärte, dass gegen den Vater wegen des Verdachts der Falschaussage ermittelt werde. Man hege den Verdacht, dass er in einigen Punkten nicht die Wahrheit gesagt habe. Richter Schütt ermahnte alle Beteiligten, keine Beweismittel weiterzugeben, da solche Informationen bereits in die Hände von Bekannten der Mutter gelangt sein sollen.

Angeklagte soll zwei Suizidversuche unternommen haben

Die Staatsanwaltschaft wirft der 30-jährigen Ex-Freundin des Vaters vor, Fabian am 10. Oktober 2025 von der Wohnung seiner Mutter abgeholt und später an einem Feld bei Klein Upahl mit mehreren Messerstichen getötet zu haben. Die Angeklagte soll im August 2025, nach einer Trennung, zweimal versucht haben, sich das Leben zu nehmen. Der Vater hatte angegeben, er habe die Beziehung beendet, um mehr „Freiraum“ zu haben. Die Verteidigung bezweifelt die Darstellung, dass Fabian der Beziehung im Wege stand. Die Leiche des Jungen wurde am 14. Oktober an einem Wasserloch gefunden.

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