Prozess gegen JVA-Mitarbeiter: Vorwürfe des Tretens auf nackte Gefangene vor Gericht
Vor rund anderthalb Jahren wurde der Skandal um mutmaßliche Misshandlungen in der Justizvollzugsanstalt Augsburg bekannt. Nun stehen Mitarbeiter eines anderen Gefängnisses vor Gericht. Am Amtsgericht München hat ein Prozess gegen zwei Gefängnismitarbeiter wegen mutmaßlicher Misshandlung einer Gefangenen begonnen.
Die Vorwürfe im Detail
Die beiden Männer sollen in der Frauenabteilung der Justizvollzugsanstalt München auf eine nackte Frau eingeschlagen und eingetreten haben. Laut Staatsanwaltschaft befand sich die Frau unbekleidet in einem besonders gesicherten Haftraum. Obwohl sie ganz ruhig in dem Raum gesessen habe, sollen die beiden Männer auf sie losgegangen sein.
Einer der beiden soll ihr mit seinem Stiefel in den Intimbereich und in den Bauch getreten haben. Außerdem soll ihr das Knie in die Rippen gerammt worden sein. Nach dem mutmaßlichen Übergriff wurde die Frau nach Angaben der Ermittler angezogen und in ein anderes Gefängnis verlegt. Es soll Zeugen für den Vorfall geben.
Rechtliche Konsequenzen und Prozessverlauf
Die beiden Männer sind wegen vorsätzlicher und gefährlicher Körperverletzung im Amt angeklagt. Zu Verhandlungsbeginn äußerten sich die jungen Männer laut einem der Verteidiger zunächst nicht zu den Vorwürfen. Das Amtsgericht hat drei Verhandlungstage angesetzt, das Urteil könnte demnach am 17. März fallen.
Dieser Fall wirft erneut ein Schlaglicht auf die Zustände in deutschen Gefängnissen und die Notwendigkeit strengerer Kontrollen. Die Justizvollzugsanstalt München steht nun unter besonderer Beobachtung, während die Ermittlungen und der Prozess weitere Details ans Licht bringen könnten.



