Am Mittwoch wird vor dem Rostocker Landgericht der Prozess um den gewaltsamen Tod des kleinen Fabian (8) aus Güstrow fortgesetzt. Als Zeugen werden unter anderem die Freunde und die Klassenlehrerin des Jungen aussagen. Zuletzt nahm Fabians Vater die Angeklagte Gina H. (30) in Schutz, gab sich unwissend und sagte sogar: „Ich glaub‘ an ihre Unschuld.“
Vater enttäuscht Richter mit ausweichenden Antworten
Der Vater war beim letzten Verhandlungstag, vorige Woche Dienstag, erneut als Zeuge geladen. Oft antwortete er ausweichend und sprach trotz erdrückender Indizien immer wieder für die Angeklagte. Der Richter verzweifelte zunehmend. „Helfen Sie doch einfach! Ich flehe Sie fast an. Das ist Ihr Sohn, nicht meiner“, sagte er schließlich. R. und die Angeklagte waren bis zu ihrer vorläufigen Trennung zwei Monate vor Fabians Tod für rund vier Jahre ein Paar. Als Gina H. bereits in Untersuchungshaft saß, kamen sie wieder zusammen.
Anwältin der Mutter kritisiert Vater scharf
Für Christine Habetha, Anwältin von Fabians Mutter Dorina L. (31), kommt das Verhalten des Vaters nicht überraschend. Im YouTube-Kanal „Jens fragt nach“ erklärt sie dem Betreiber Jens Schwarck, dass sie durch die Akteneinsicht erfahren habe, dass sich H. hinter die Angeklagte stellen würde. Er habe im Prozess immer wieder „Ausflüchte“ und „Ausreden“ gesucht und gefunden. Habetha weiter: „Aber mehr als Ausreden waren es nicht, er konnte wirklich nicht dagegenhalten.“
Vater weiß nicht einmal den Tag der Beerdigung
Für sie sei die höchste Stufe der Manipulation dann erreicht, „wenn der Manipulierte nicht mal im Ansatz ahnt, wie ihm geschieht.“ Dies sei bei Fabians Vater der Fall. Laut Habetha distanziert R. sich mittlerweile deutlich von dem Ermittlungsergebnis. Erschreckend: Am dritten Verhandlungstag, letzte Woche Dienstag, konnte er auf Nachfrage nicht einmal beantworten, an welchem Tag genau Fabian beerdigt wurde. Die Trauerrede hatte er im Vorfeld offenbar die Angeklagte schreiben lassen, wofür sie KI benutzte. Ein Protokoll der Anfrage bei ChatGPT wurde vorgelegt. Auffällig war zudem, dass Matthias R. über seine Ex und Fabians Mutter immer nur mit Nachnamen sprach und nie „Dorina“ sagte. Laut Rechtsanwältin Habetha gehe aus der Akte hervor, dass der Vater eigene Vorstellungen davon hat, wer die Schuld trägt. „Er schiebt jetzt auch die Schuld, welche auch immer, irgendeine Pseudoschuld, der Kindesmutter zu“, führt sie aus – ohne konkreter zu werden.
Anklage wirft Angeklagter brutale Tat vor
Dabei ist für die Anklage klar: Gina H. lockte Fabian am Tattag im Oktober 2025 aus der Wohnung seiner Mutter in Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern) und fuhr mit ihm aus der Stadt. In der Nähe des Dorfs Klein Upahl stellte sie laut Anklage ihr Handy ab und lief mit Fabian zu einem Tümpel. Dort soll sie mindestens sechsmal mit einem Messer auf den Jungen eingestochen haben. Auch das Herz wurde getroffen. Um Spuren zu beseitigen, kehrte sie laut Staatsanwaltschaft später zum Tatort zurück und zündete die Leiche mit flüssigem Grillanzünder an.
Vater am vierten Verhandlungstag nicht im Gericht
Bei der Prozessfortsetzung am Mittwoch soll Fabians Vater nicht weiter befragt werden. Er dürfte theoretisch als Zuschauer da sein, allerdings haben die Anwälte von Gina H. durchblicken lassen, dass sie das nicht möchten. Der Grund: R. könnte zu einem späteren Zeitpunkt nochmals als Zeuge vernommen werden.
Ab 11 Uhr sagen unter anderem die besten Freunde sowie die Klassenlehrerin des Jungen als Zeugen aus. Die Kinder müssen zu ihrem Schutz nicht persönlich im Gerichtssaal erscheinen, werden per Videoschalte befragt. Mit einem von ihnen könnte Fabian am Vorabend seines Verschwindens noch telefoniert haben. Seine Mutter hatte gehört, wie er in seinem Zimmer spricht, ging davon aus, dass er mit einem seiner Freunde online ein Spiel spielt und dazu telefoniert. Auch ein Mann, der den orangefarbenen Pick-up der Angeklagten beobachtet hat, wird am Mittwoch in den Zeugenstand geladen. BILD berichtet mit Live-Ticker.



