Prozess um Tod von Liana: Beschuldigter schweigt zu Vorwurf des Totschlags
Prozess um Tod von Liana: Beschuldigter schweigt

Prozess um Tod von Liana: Beschuldigter schweigt zu Vorwurf des Totschlags

Im Fall der mutmaßlich getöteten 16-jährigen Liana hat sich der Beschuldigte zunächst nicht zur Tat geäußert. Vor dem Landgericht Göttingen muss sich der 31-jährige Iraker wegen Totschlags verantworten. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Verdächtige zum Tatzeitpunkt nicht schuldfähig war, weshalb es sich um ein sogenanntes Sicherungsverfahren handelt. Dabei wird nicht nur geklärt, ob er der Täter ist, sondern auch, ob er in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht wird.

Hintergrund des Falls und politische Dimension

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, im vergangenen Jahr am Bahnhof im südniedersächsischen Friedland das Mädchen vor einen durchfahrenden Güterzug gestoßen zu haben. Das Opfer, eine Auszubildende aus Geisleden in Thüringen, war 2022 mit ihrer Familie aus der Ukraine nach Deutschland geflüchtet. Der Fall sorgte bundesweit für Schlagzeilen und beschäftigt auch die Politik, weil der ausreisepflichtige Iraker nach den europäischen Asyl-Regeln schon Monate vor der Tat von Deutschland nach Litauen hätte gebracht werden sollen.

Emotionale Szenen im Gerichtssaal

Zu Beginn der Verhandlung betrat der Verdächtige den Gerichtssaal leicht gebückt. Während einer Zeugenbefragung beklagte er eine rassistische Behandlung durch eine Polizistin am Tatort. Die Mutter des Opfers wirkte zunächst gefasst und platzierte weiße Rosen sowie ein Bild ihrer toten Tochter vor sich auf dem Tisch. Als später Leichenfotos vom Bahnhof in Friedland gezeigt wurden, brach sie in Tränen aus.

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Staatsanwaltschaft strebt psychiatrische Unterbringung an

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass von dem Beschuldigten eine Gefährdung für die Allgemeinheit ausgeht, und strebt eine Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung an. Auf Empfehlung seiner Betreuer verfolgte der Verdächtige die Verhandlung durchgehend mit angelegten Handschellen. Er sitzt derzeit im Maßregelvollzug ein.

Details zum Tatgeschehen und Ermittlungen

Am ersten Verhandlungstag äußerte sich die Staatsanwaltschaft zu den Vorwürfen, und Polizisten wurden als Zeugen vernommen. Demnach litt der Beschuldigte zum Tatzeitpunkt unter einer paranoiden Schizophrenie und war alkoholisiert. Er habe das Opfer plötzlich geschubst, als ein Güterzug mit 100 Kilometern pro Stunde den Bahnhof passiert habe. Das Mädchen erlitt durch den Zusammenprall mit dem Zug Verletzungen am Kopf, die sie sofort getötet hätten.

Polizisten gaben an, zunächst einen Unfall vermutet zu haben, da die Verletzungsmerkmale nicht für einen Suizid sprachen und es keine Hinweise auf Fremdeinwirkung gab. Allerdings berichteten sie von einem „merkwürdigen Bauchgefühl“, weshalb sie mehr Beweismittel sammelten als bei einem Unfall üblich, etwa die Kleidung des Opfers, und einen Alkoholtest beim Beschuldigten durchführten.

Aggressives Verhalten des Beschuldigten

Der Beschuldigte habe sich aggressiv verhalten und zwischenzeitlich Handschellen angelegt bekommen, sagten Polizisten. Sein Verhalten sei generell sehr sprunghaft gewesen, aber als Verdächtiger wurde er zunächst nicht eingestuft. Gegenüber Polizisten habe der Verdächtige gesagt, er habe mit dem Tod von Liana nichts zu tun. Er habe am Gleis 1 Alkohol getrunken und nach der Durchfahrt eines Güterzuges das tote Mädchen gesehen.

Weiter berichtete er von einem Mann in einem weißen T-Shirt, der den Tatort zügig verlassen habe. Ob es diesen Mann überhaupt gab, ist unklar, weil es keine Videoaufnahmen an dem Bahnhof gibt. Polizisten berichteten zudem von einem Telefonat des Opfers, das mit einem lauten Schrei Lianas abrupt abgebrochen sei.

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