Nach wochenlanger Haft wegen seiner Berichterstattung über den Irankrieg ist ein US-kuwaitischer Journalist freigelassen worden. Ahmed Shihab-Eldin, der unter anderem für die New York Times, die US-Sendergruppe PBS und das englischsprachige Programm des katarischen Nachrichtensenders Al Jazeera berichtet, sei sicher aus Kuwait abgereist, sagte ein Vertreter des US-Außenministeriums am Freitag (Ortszeit).
Haftgrund und Vorwürfe
Shihab-Eldin war während eines Besuchs bei seiner Familie in Kuwait am 3. März wegen angeblicher Verbreitung von Falschinformationen und Gefährdung der nationalen Sicherheit festgenommen worden. Die Organisation Committee to Protect Journalists hatte am Donnerstag erklärt, nach 52 Tagen Haft seien alle Anklagepunkte gegen Shihab-Eldin fallen gelassen worden.
Während seiner Haft habe das State Department zu ihm Kontakt gehalten und ihm konsularische Unterstützung geleistet, erklärte der US-Beamte.
Das auslösende Video
Eine der letzten Online-Posts von Shihab-Eldin vor seiner Festnahme hatte ein Video mit Ortungsdaten von einem US-Kampfjet gezeigt, der in der Nähe eines US-Stützpunktes in Kuwait abgestürzt war. Wegen der Veröffentlichung von Bildern von Angriffen im Zuge des Irankriegs waren in der Golfregion Hunderte Menschen festgenommen worden.
Hintergrund: Irankrieg und Medienbeschränkungen
Der Irankrieg hatte am 28. Februar mit Luftangriffen der USA und Israels begonnen. Iran reagierte mit Angriffen auf Israel, mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region. Zudem griffen proiranische Milizen feindliche Stützpunkte im Irak und anderen Ländern der Region an. Am Dienstag verlängerte US-Präsident Donald Trump eine Waffenruhe mit Iran für unbestimmte Zeit.
Generelle Beschränkungen von Medienberichten in Kriegszeiten sind auch in anderen Ländern üblich – etwa in Israel. In den USA wurden sie zumindest diskutiert, etwa wenn die Berichte dem eigenen Militär schaden könnten. Das US-Unternehmen Planet Labs stellte Anfang April die Veröffentlichung von Satellitenfotos aus der Konfliktregion im Nahen Osten auf unbestimmte Zeit ein. Hintergrund war eine entsprechende Aufforderung der US-Regierung.
Mitte März hatte die amerikanische Medienaufsicht FCC US-Sendern wegen ihrer Iranberichte mit sogar Lizenzentzug gedroht. Die Medienhäuser müssten im öffentlichen Interesse handeln, erklärte FCC-Chef Brendan Carr. Sie könnten demnach ihre Lizenzen verlieren, wenn sie dies nicht tun.
Reaktionen und Bedeutung
Die Freilassung von Shihab-Eldin wird als Erfolg für die Pressefreiheit gewertet. Der Fall hatte international Aufmerksamkeit erregt und die Risiken für Journalisten in Konfliktregionen deutlich gemacht. Die US-Regierung hatte sich wiederholt für seine Freilassung eingesetzt.



