Die Diskussion um die Zukunft des alten Feuerwehrhauses in Loitz reißt nicht ab. Obwohl die Stadtvertreter mehrheitlich den Verkauf des Gebäudeensembles in der Zarnekowstraße beschlossen haben, halten zwei Lokalpolitiker an ihrem Plan fest, daraus ein Haus der Vereine zu machen. Tilo Janzen und Mario Kehrle, Mitglieder der Fraktion Bürgerinitiative der Stadt Loitz, lassen nicht locker und treiben ihre Idee weiter voran.
Arbeitseinsätze und Vereinsstandort vorantreiben
In einem Gespräch mit dem Nordkurier machten die beiden deutlich, dass sie sich weiterhin für die Umnutzung des ehemaligen Feuerwehrstandorts einsetzen. Dabei ging es nicht nur um die politische Neuausrichtung von Tilo Janzen, der künftig als Mitglied der AfD in der Stadtvertretung agiert. Wie berichtet, haben Kehrle und Janzen bereits einen Antrag auf Umbenennung der Fraktion beim Stadtpräsidenten eingereicht.
Im Zusammenhang mit anstehenden Aktivitäten, die die Stadt nach ihren Auffassungen voranbringen sollen, sprachen die Lokalpolitiker auch über Arbeitseinsätze und das Haus der Vereine. „Immer wieder hört man, dass in Loitz ein Jugendklub fehlt, dass die jungen Leute keinen festen Platz haben, an dem sie sich treffen können“, hieß es in dem Gespräch. Nach Ansicht von Janzen und Kehrle wäre das alte Feuerwehrgebäude ideal, um mehrere Interessen unter einem Dach zu bündeln. Sie schlagen vor, die Gebäude voneinander zu trennen, die ehemalige Fahrzeughalle in eine Kalthalle umzuwandeln, um Heizkosten zu sparen, und im ehemaligen Funktionsgebäude Werkstätten und Treffpunkte mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten einzurichten.
Verwaltung mit Verkauf beauftragt
Allerdings gibt es einen mehrheitlich erwirkten Stadtvertreterbeschluss, der den Verkauf des gesamten Ensembles vorsieht. Diese Entscheidung fiel jüngst im nicht öffentlichen Teil einer Stadtvertretersitzung, wie Loitz‘ Bürgermeisterin Christin Witt auf Nordkurier-Nachfrage bestätigte. Da es sich um eine Beschlussvorlage handelte, die im nicht öffentlichen Teil beraten wurde, war die Öffentlichkeit zunächst ausgeschlossen. Die Bürgermeisterin ist jedoch befugt, im Anschluss zu informieren: „Es gab ein klares Votum. Auf dessen Grundlage wurde die Verwaltung beauftragt, die Ausschreibung der Immobilie laut Wertgutachten auf den Weg zu bringen.“
Kein Eigenkauf der Politiker
Ist für die beiden AfD-Politiker eine Option, das Haus selbst zu kaufen? „Diese Frage kann ich mit einem ganz klaren Nein beantworten. Es ging und es geht uns nicht darum, diese Immobilie zu kaufen. Doch mal angenommen, es kommt zu keinem Verkauf, dann sollte dieses Haus Vereinen zur Verfügung stehen, dann sollte dort Jugendarbeit stattfinden“, betonte Tilo Janzen. Mario Kehrle informierte, dass er beim Kreisverband der AfD die Idee für das Vorhaben in Loitz ins Gespräch gebracht habe, einschließlich der Probleme bei der Umsetzung. „Man hat uns Unterstützung zugesagt, was die Beschaffung von Fördermitteln angeht. Das können wir alles nicht allein leisten.“
Zwischenlösung in Erwägung gezogen
Somit stehen sich aktuell der Beschluss über den Verkauf der Immobilie und die Bestrebung, das Haus doch noch zu einem Vereinsstandort umzufunktionieren, gegenüber. „Selbst, wenn es sich nur um eine Zwischenlösung handelt, also im Falle, dass sich ein Verkauf der Immobilie in die Länge zieht, möchten wir diese Zwischenzeit nutzen und uns dafür einsetzen, dass das Haus für Vereinsarbeit zur Verfügung gestellt wird“, betonte Tilo Janzen. Die Fraktion Bürgerinitiative will nicht locker lassen und die Option einer temporären Nutzung durch Vereine und Jugendliche offenhalten.



