Clemens Baumgärtner: Ein Jahr Wahlkampf ohne Beruf – Wie der CSU-Kandidat für München lebt
Baumgärtner: Ein Jahr Wahlkampf ohne Beruf – Wie lebt er?

Clemens Baumgärtner: Ein Jahr im Wahlkampfmodus – Finanzierung durch Erspartes

Für den Wahlkampf um das Amt des Oberbürgermeisters von München nimmt sich Clemens Baumgärtner, der Kandidat der CSU, ein ganzes Jahr frei. In dieser Zeit lebt er, wie er selbst erklärt, ausschließlich von seinen Ersparnissen. Dies ist nur eine von vielen Kuriositäten im Leben des Politikers, der am 14. Juli 1976 im Münchner Stadtteil Sendling geboren wurde und als Sohn einer alleinerziehenden Mutter aufwuchs.

Privatleben und persönliche Entwicklung

Baumgärtner ist verheiratet mit seiner Frau Stefanie und Vater von zwei Kindern. Im Herbst letzten Jahres berichtete er auf dem AZ-Sofa im Deutschen Theater, dass er während des Wahlkampfs beeindruckende 20 Kilogramm abgenommen habe. Später gab er zu, dass er dabei auch auf eine Abnehmspritze zurückgegriffen habe. Diese Offenheit unterstreicht seinen pragmatischen Ansatz, der sich auch in seiner politischen Laufbahn widerspiegelt.

Ausbildung und beruflicher Werdegang

Nach seinem Abitur studierte Clemens Baumgärtner Jura an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und arbeitete anschließend als Wirtschaftsanwalt. Seine juristische Expertise bildet die Grundlage für seine wirtschaftsfreundliche Haltung, die er im Wahlkampf betont. Derzeit ist er jedoch nicht berufstätig, da er sich voll und ganz auf die OB-Wahl am 8. März 2026 konzentriert.

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Politische Karriere und Meilensteine

Bereits mit 20 Jahren zog Baumgärtner für die CSU in den Bezirksausschuss Untergiesing-Harlaching ein und übernahm 2012 den Vorsitz dieses Gremiums. Obwohl er nie Stadtrat war, wurde er 2018 zum Wirtschaftsreferenten und Wiesn-Chef ernannt, als Nachfolger von Josef Schmid. In dieser Rolle erregte er besondere Aufmerksamkeit durch die Organisation der Großkonzerte von Adele auf dem Messegelände in Riem. Nachdem die CSU nicht mehr an der Stadtrats-Koalition beteiligt war, verlor er dieses Amt an Christian Scharpf (SPD) im Oktober 2024.

Politische Positionen und Wahlkampfstrategie

Im Rathaus galt Baumgärtner als fleißig, aber auch als Scharfmacher mit konservativen gesellschaftspolitischen Ansichten. Im aktuellen Wahlkampf setzt er auf Themen wie Wirtschaftsförderung und Law and Order, fordert beispielsweise eine deutlich erhöhte Kameraüberwachung in München. Er positioniert sich als Pragmatiker, der sich gegen die von ihm als ideologisch empfundenen Grünen stellt und verspricht, die Stadt "wieder in Ordnung" zu bringen – mit weniger "Geister-Baustellen" und weniger Müll.

Kritik und kontroverse Momente

Innerhalb der CSU ist kaum Kritik an Baumgärtner zu vernehmen, doch ökologisch engagierte Münchner fühlen sich oft provoziert. Beispielsweise wurde während seiner Amtszeit viel öffentlicher Raum für die IAA bereitgestellt, und das Herzkasperl-Zelt auf der Oidn Wiesn wurde nicht mehr zugelassen. Trotz seiner scharfen Rhetorik gegen grüne Politik hat er in seinem Bezirksausschuss über Jahre hinweg eine stille Mehrheit aus Grünen und CSU organisiert und moderiert, was als überraschende Facette seines Wirkens gilt.

Kurioses und persönliche Eigenheiten

Neben seinem einjährigen Wahlkampfauszeit, finanziert durch Erspartes, ist Baumgärtner auch für seine Fähigkeit bekannt, Brücken zwischen unterschiedlichen politischen Lagern zu schlagen. Dies zeigt sich in seiner moderierenden Rolle im Bezirksausschuss, wo er trotz seiner konservativen Grundhaltung mit den Grünen zusammenarbeitete. Seine Geschichte als Aufsteiger aus einfachen Verhältnissen und sein unkonventioneller Umgang mit persönlichen Themen wie Gewichtsverlust machen ihn zu einem vielschichtigen Kandidaten.

Mit der OB-Wahl in München am 8. März 2026 steht Clemens Baumgärtner vor einer entscheidenden Herausforderung. Sein Einsatz, der sogar ein Jahr ohne Berufstätigkeit umfasst, unterstreicht seinen Ehrgeiz, die Stadt nach seinen Vorstellungen zu gestalten – ob dies die Wähler überzeugt, bleibt abzuwarten.

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