Campingplatz Grambin: Pachtstreit eskaliert trotz Bürgermeister-Zusage
Das langwierige Hickhack um den Campingplatz am Haff in Grambin nimmt keine Ende. Obwohl die Bürgermeisterin bereits zugesichert hatte, dass die aktuellen Pächter Elke und Steffen Schmidt weitermachen können, harren diese weiter auf die Unterzeichnung eines neuen Pachtvertrages. Ein Entwurf wurde zwar in Zusammenarbeit mit einem Anwalt erstellt, doch die Unterschrift bleibt aus. Zentrale Streitpunkte sind die Höhe der Pacht und die vereinbarten Kündigungsfristen, die nun in einer außerplanmäßigen Sitzung der Gemeindevertretung geklärt werden sollen.
Verhandlungen über Pachthöhe und Kündigungszeit gestalten sich schwierig
In einem Gespräch in Eggesin, an dem neben den Schmidts auch Bürgermeisterin Bianka Schwibbe als geschäftsführende Gemeinde, Grambins Bürgermeisterin Simone Stein und Gemeindevertreter Wolf Steffen Schindler teilnahmen, wurden die kontroversen Themen diskutiert. „Die Bürgermeisterin besteht auf einer Pachthöhe von 54.000 Euro und einer Kündigungszeit von zehn Jahren mit einer einmaligen Verlängerungsoption um fünf Jahre“, berichtete Elke Schmidt. Problematisch ist dabei, dass ein Gutachten, das eine deutlich niedrigere Pacht von etwa 17.000 Euro vorsieht, nach wie vor nicht vorliegt. Die Pächter müssen sich daher auf mündliche Mitteilungen aus der Gemeindevertretung verlassen.
Bürgermeisterin zeigt wenig Kompromissbereitschaft
Laut Elke Schmidt vertritt Bürgermeisterin Simone Stein weiterhin die Auffassung, dass die Gemeinde den Campingplatz selbst führen müsse. Diese Haltung erschwert die Verhandlungen erheblich, zumal die Bürgermeisterin oft unvorbereitet erscheine. „Wir könnten auf die zweite Verlängerungsoption verzichten, das wäre möglich, aber nicht wünschenswert. Wenn aber die Pacht erhöht wird, wäre es für uns nicht möglich, den Campingplatz zu betreiben“, machte Elke Schmidt deutlich. Über diese beiden Kernpunkte müsse jedoch die Gemeindevertretung abstimmen.
Rücknahme der Kündigung als weiteres Hindernis
Ein zusätzliches Problem stellt die Rücknahme der Kündigung durch die Gemeinde dar. Der Anwalt der Schmidts hat in den Vertragsentwurf eine Klausel eingefügt, die besagt, dass bei Unterzeichnung des neuen Vertrags die ursprüngliche Kündigung als gegenstandslos gilt. Auch mit dieser Regelung hat Bürgermeisterin Simone Stein Schwierigkeiten. Mehrfache Versuche, sie zu kontaktieren, blieben bisher erfolglos.
Unklare Wertermittlung und außerplanmäßige Sitzung
Schlussendlich geht es auch um den Wert des Campingplatzes, der vor über 20 Jahren mit etwa 140.000 Euro beziffert wurde und sich inzwischen auf knapp 180.000 Euro erhöht hat. „Das Problem ist, dass wir den Inhalt des Gutachtens nach wie vor nicht kennen. Deshalb können wir keine exakten Zahlen nennen. Eigentlich sollte das Gutachten schon lange durch die Anwälte ausgetauscht werden“, so die gekündigte Campingplatzpächterin. Um eine Lösung zu finden, wurde für Dienstag, den 24. Februar, um 19 Uhr eine außerplanmäßige Sitzung der Gemeindevertretung anberaumt. Laut Tagesordnung wird im nicht öffentlichen Teil über die „Verpachtung des Campingplatzes“ verhandelt. Sollte eine Einigung erzielt werden, könnte der neue Pachtvertrag bald unterschriftsreif sein.



