Laurenz Kiefer: Ein CSU-Politiker mit ungewöhnlichem Werdegang
Dicke Schneeflocken wirbeln an diesem Donnerstagmittag über den Rotkreuzplatz in Neuhausen. Wochenmarktbesucher ziehen ihre gefüllten Einkaufswagen hinter sich her und tragen pralle Taschen zur U-Bahn-Rolltreppe. Mitten im Trubel stehen Laurenz Kiefer und zwei Parteikollegen der CSU. Mit einem breiten Lächeln spricht der junge Politiker einen Marktbesucher nach dem anderen an: "Ich grüße Sie! Darf ich Ihnen einen kleinen Snack anbieten?"
Schokolade als Türöffner für politische Gespräche
In der einen Hand hält Kiefer einen Stapel Wahlflyer, in der anderen eine Kiste mit kleinen Schokoladentafeln in verschiedenen Sorten – Joghurt, Nougat und Marzipan – die mit Aufklebern seines Porträts versehen sind. Der Vorsitzende der Jungen Union München weiß genau, wie man Menschen zum Stehenbleiben bewegt. Viele bleiben tatsächlich stehen: Manche nur kurz, werfen dem gut gelaunten Mann scheue Blicke zu und greifen schüchtern in die Schokoladenkiste. Andere verweilen länger, lachen herzlich und plaudern ausführlich mit dem jungen Anwalt.
20 Jahre politische Erfahrung trotz jungem Alter
Laurenz Kiefer ist bereits seit 20 Jahren politisch aktiv, wie er erzählt. Mit 13 Jahren trat er der Schüler Union bei, später wechselte er zur Jungen Union – damals wohnte er noch in Berlin. Zum Jurastudium zog er nach München, was er selbst als "ungewöhnliche Vergangenheit für CSU-Verhältnisse" bezeichnet. In der bayerischen Landeshauptstadt scheint dies niemanden zu stören: Seit 2014 sitzt er für die CSU im Bezirksausschuss Neuhausen-Nymphenburg, und 2023 wurde er zum Vorsitzenden der Jungen Union München gewählt.
Ambitionen für den Münchner Stadtrat
Bei der anstehenden Kommunalwahl will der 33-jährige Wahlmünchner mit Listenplatz 12 in den Stadtrat einziehen und das Versprechen seines Wahlflyers einlösen, sich für ein weiterhin "lebenswertes München" einzusetzen. Auf die Frage nach den drei drängendsten Problemen der Stadt zögert Kiefer zunächst: "Das ist schwierig, weil es so viele sind." Dann nennt er:
- Die "prekäre Haushaltslage" – "das wird uns hart treffen", prognostiziert er.
- Die Sicherheitslage, die sich "rapide" verschlechtere. München sei zwar sicherer als andere Städte, aber er wolle sich nicht nach unten orientieren.
- Den Verkehr, wobei er besonders die Grünen kritisiert. Auch der ÖPNV müsse ausgebaut werden – "damit wären wir jedoch bei Punkt vier".
Im Stadtrat gibt es glücklicherweise keine Obergrenze für Probleme, und Kiefer könnte alle angehen, sollte er gewählt werden. Seine unkonventionelle Art, mit Schokolade und persönlichen Gesprächen auf die Bürger zuzugehen, könnte ihm dabei helfen, sein Ziel zu erreichen.



