Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter tritt von FC-Bayern-Ämtern zurück
In einer überraschenden Wendung hat Münchens amtierender Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) seine Mandate beim FC Bayern München mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Dieser Schritt erfolgt nach wachsender Kritik an seinen nicht genehmigten Nebeneinkünften aus der Tätigkeit im Aufsichtsrat und Verwaltungsbeirat des Fußballvereins, die sich auf insgesamt 90.000 Euro seit 2021 belaufen.
Kritik an nicht genehmigten Nebeneinkünften
Wie bekannt wurde, hatte Reiter die Bezahlung seiner Nebentätigkeit beim FC Bayern dem Stadtrat vorenthalten und nicht die erforderliche Genehmigung eingeholt. Vor 2025 waren alle Nebeneinkünfte ab dem ersten Euro genehmigungspflichtig, inzwischen gilt eine Grenze von 10.000 Euro pro Jahr. Reiter erhielt jedoch jährlich 20.000 Euro, was die gesetzlichen Vorgaben überschritt und zu öffentlichem Aufsehen führte.
Reiters Statement und Spendenentscheidung
In einem offiziellen Statement betonte Reiter: "Das Vertrauen der Münchnerinnen und Münchner steht für mich über allem." Er erklärte, dass er sowohl sein Aufsichtsratsmandat als auch den Vorsitz im Verwaltungsbeirat des FC Bayern aufgibt. Zudem kündigte er an, die gesamten 90.000 Euro, die er seit 2021 erhalten und ordnungsgemäß versteuert hat, an soziale Projekte zu spenden. Begünstigt werden das Projekt Mini München und der Verein Bunt kickt gut, die sich für Zusammenhalt, Integration und Demokratie einsetzen.
Hintergrund: Schlechtes Wahlergebnis und politischer Druck
Die Entscheidung fällt kurz vor der Oberbürgermeister-Stichwahl in München, bei der Reiter mit nur 35,6 Prozent der Stimmen in der ersten Runde deutlich schlechter abschnitt als erwartet. Sein Herausforderer Dominik Krause von den Grünen erreichte 29,5 Prozent und zieht überraschend in die Stichwahl ein. Analysen deuten darauf hin, dass die negativen Schlagzeilen um Reiters Nebentätigkeit beim FC Bayern maßgeblich zu diesem Ergebnis beigetragen haben. In einem Interview mit dem BR-Politikmagazin "Kontrovers" hatte Reiter zuvor angedeutet, über eine Abgabe seiner Mandate nachzudenken, um seine Glaubwürdigkeit wiederherzustellen.
Politische Konsequenzen und weitere Schritte
Das Rathaus München hat die Niederlegung der Ämter offiziell bestätigt. Reiter plant, sich in den kommenden Tagen den Münchner Bürgerinnen und Bürgern auf der Straße zu stellen, um Rede und Antwort zu stehen. Zudem werden Informationen zu den FC-Bayern-Mandaten in einer Beschlussvorlage für den Stadtrat und gegenüber der Regierung von Oberbayern zusammengefasst. Diese Entwicklung unterstreicht die anhaltende Debatte um Transparenz und Ethik in der Kommunalpolitik, insbesondere bei Nebentätigkeiten von Amtsträgern.



