Dominik Krause: Der grüne OB-Kandidat für München im ausführlichen Porträt
Am 8. März 2026 wählt München einen neuen Oberbürgermeister. Die Abendzeitung stellt die drei aussichtsreichsten Kandidaten vor. Heute im Fokus: Dominik Krause von den Grünen. Der aktuelle Zweite Bürgermeister kandidiert für das höchste Amt der Stadt.
Privatleben: Vom Tanzschul-Flirt zur Verlobung
Dominik Krause wurde am 3. August 1990 geboren und wuchs im Münchner Stadtteil Obermenzing auf. Seit vielen Jahren lebt er mit seinem Partner Sebastian Müller, einem praktizierenden Arzt, im Stadtteil Giesing. Die beiden lernten sich bereits mit 17 Jahren in einer Tanzschule kennen – ein prägendes Erlebnis für Krause, wie er später in der AZ erklärte: "Es war das erste Mal, dass ich Interesse an einem Mann hatte. Es hat gebraucht, zu verstehen, was das für ein Gefühl ist." Im Jahr 2024 gaben die beiden ihre Verlobung bekannt und planen die Hochzeit.
Ausbildung und beruflicher Werdegang
Krause absolvierte sein Abitur am Louise-Schröder-Gymnasium in München. Seinen Zivildienst leistete er an einer Montessori-Schule ab. Anschließend studierte er Physik und schloss sein Studium erfolgreich ab, bevor er sich vollständig der Politik widmete.
Politische Karriere: Vom Jugendchef zum Bürgermeister
Die politische Laufbahn von Dominik Krause begann früh:
- 2012-2014: Chef der Grünen Jugend München
- 2014: Erste Wahl in den Münchner Stadtrat
- 2019-2020: Münchner Parteichef der Grünen
- 2022-2023: Fraktionsvorsitzender im Stadtrat
- Oktober 2023: Überraschende Ernennung zum Zweiten Bürgermeister Münchens nach dem Weggang von Katrin Habenschaden
Seit Oktober 2023 ist Krause Stellvertreter des SPD-Oberbürgermeisters Dieter Reiter. Bei der anstehenden Kommunalwahl am 8. März 2026 tritt er als OB-Kandidat seiner Partei an.
Politische Positionen: Vom Aktivisten zum Brückenbauer
Dominik Krause galt lange als linker Politiker, der sich besonders durch seine Kritik an Polizeieinsätzen bei Neonazi-Demonstrationen profilierte. Heute wird er im Rathaus eher als seriöser Brückenbauer wahrgenommen, der weniger mit radikalen Forderungen auffällt als vielmehr mit pragmatischen Lösungen.
Bereits an seinem ersten Amtstag als Bürgermeister besuchte er Charlotte Knobloch, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern – ein Zeichen für seinen dialogorientierten Stil. Im aktuellen Wahlkampf setzt er sich unter anderem für folgende Maßnahmen ein:
- Abbau von Ticketautomaten in der Münchner U-Bahn
- Kostenlose Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel für Senioren über 80 Jahren
- Reduzierung des Autoverkehrs in der Ludwigstraße
Kritik und Kontroversen
Kurz nach seinem Amtsantritt als Bürgermeister geriet Krause in die Kritik, als er das Oktoberfest halb im Scherz als "größte offene Drogenszene der Welt" bezeichnete. Ansonsten gilt der als überkorrekt bekannte Politiker als weitgehend skandalfrei. Allerdings gibt es vereinzelt Kritik aus den eigenen Reihen: Einige Parteifreunde bemängeln, dass Krause seit seinem Amtsantritt weniger vehemente Positionen vertritt und Konfrontationen scheut.
Kurioses: Der Bürgermeister ohne Dienstwagen
Eine Besonderheit unterscheidet Dominik Krause von seinen Vorgängern: Er verzichtet auf einen Dienstwagen mit Fahrer, obwohl ihm dieser zustehen würde. Im November 2023 machte er diesen Verzicht öffentlich. Seine Vorgängerin Katrin Habenschaden nutzte noch einen BMW i3 mit Chauffeur. Krause begründet seine Entscheidung pragmatisch: "Ich nutze die öffentlichen Verkehrsmittel und das Fahrrad. Das geht in der Regel einfach am schnellsten. Wenn ich doch mal ein Auto brauche, dann nehme ich ein Taxi oder nutze ein Carsharing-Angebot."
Diese Haltung passt zu seinem Image als bodenständiger Politiker, der seine Überzeugungen auch im Alltag lebt. Ob diese Authentizität den Münchner Wählern bei der OB-Wahl 2026 genügt, wird sich am 8. März zeigen.



