Dominik Krause: Der grüne OB-Kandidat im Porträt
Am 8. März 2026 steht München vor einer wichtigen Entscheidung: Die Wahl eines neuen Oberbürgermeisters. Unter den aussichtsreichsten Kandidaten befindet sich Dominik Krause von den Grünen, der seit Oktober 2023 als Zweiter Bürgermeister der Stadt amtiert. Die AZ stellt den Politiker in einem umfassenden Überblick vor.
Privatleben und persönlicher Werdegang
Dominik Krause wurde am 3. August 1990 geboren und wuchs im Münchner Stadtteil Obermenzing auf. Seit vielen Jahren lebt er mit seinem Partner Sebastian Müller, einem Arzt, in Giesing. Die beiden haben 2024 ihre Verlobung bekannt gegeben und planen zu heiraten. Über die erste Begegnung mit Müller in einer Tanzschule im Alter von 17 Jahren sagte Krause: "Es war das erste Mal, dass ich Interesse an einem Mann hatte. Es hat gebraucht, zu verstehen, was das für ein Gefühl ist."
Ausbildung und beruflicher Hintergrund
Krause absolvierte sein Abitur am Louise-Schröder-Gymnasium und leistete anschließend Zivildienst an einer Montessori-Schule. Sein Studium schloss er als Physiker ab, bevor er sich vollständig der Politik widmete.
Politische Karriere und Aufstieg
Die politische Laufbahn von Dominik Krause begann 2012 bis 2014 als Chef der Grünen Jugend München. 2014 zog er erstmals in den Münchner Stadtrat ein. Von 2019 bis 2020 führte er die Münchner Grünen als Parteichef, gefolgt von einer Zeit als Fraktionsvorsitzender im Stadtrat von 2022 bis 2023. Im Oktober 2023 übernahm er überraschend das Amt des Zweiten Bürgermeisters, nachdem seine Vorgängerin Katrin Habenschaden in die Privatwirtschaft wechselte. Seitdem ist er Stellvertreter des SPD-Politikers Dieter Reiter.
Politische Positionen und Entwicklung
Ursprünglich galt Krause als linker Politiker, der sich durch ruppige Polizeieinsätze bei Neonazi-Demonstrationen politisieren ließ. Heute wird er im Rathaus eher als seriöser Brückenbauer wahrgenommen, der weniger mit radikalen Forderungen auffällt. Bereits an seinem ersten Amtstag als Bürgermeister besuchte er Charlotte Knobloch, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern. Im aktuellen Wahlkampf setzt er sich für verschiedene Maßnahmen ein:
- Überlegungen zum Abbau von Ticketautomaten in der U-Bahn
- Kostenlose Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel für Senioren über 80 Jahre
- Reduzierung des Autoverkehrs in der Ludwigstraße
Kritik und Kontroversen
Kurz nach seinem Amtsantritt geriet Krause in die Kritik, als er das Oktoberfest halb im Scherz als "größte offene Drogenszene der Welt" bezeichnete. Ernsthafte Skandale blieben ihm jedoch erspart, obwohl Parteifreunde manchmal bedauern, dass er seit seinem Amtsantritt weniger vehemente Positionen öffentlich vertritt, die möglicherweise auf Widerspruch stoßen könnten.
Kurioses und persönliche Besonderheiten
Ein markanter Unterschied zu seinen Vorgängern: Dominik Krause verzichtet bewusst auf einen Dienstwagen mit Fahrer, obwohl ihm dieser zustehen würde. Stattdessen nutzt er öffentliche Verkehrsmittel und das Fahrrad. "Das geht in der Regel einfach am schnellsten", erklärt er. "Wenn ich doch mal ein Auto brauche, dann nehme ich ein Taxi oder nutze ein Carsharing-Angebot." Seine Vorgängerin Katrin Habenschaden hatte noch einen eigenen BMW i3 mit Fahrer genutzt.
Mit diesem Profil tritt Dominik Krause bei der Kommunalwahl am 8. März 2026 an und hofft, das Amt des Münchner Oberbürgermeisters zu übernehmen. Seine Entwicklung vom linken Aktivisten zum pragmatischen Bürgermeister spiegelt sich in seiner politischen Agenda wider, die sowohl traditionelle grüne Themen als auch neue stadtpolitische Ansätze vereint.



