Feuerwehr in Neustrelitz erhält Landeszusage über 600.000 Euro – doch das reicht bei weitem nicht
Das Feuerwehrgerätehaus in Strelitz-Alt ist in einem desolaten Zustand und bietet den Einsatzkräften nur noch unzureichende Arbeitsbedingungen. Seit Jahren sucht die Stadt Neustrelitz nach einer Lösung für das marode Gebäude und vor allem nach den notwendigen Finanzmitteln. Jetzt hat das Land Mecklenburg-Vorpommern einen ersten Schritt gemacht: Innen- und Bauminister Christian Pegel (SPD) stellte Fördergelder in Höhe von 600.000 Euro in Aussicht.
Kompletter Neubau unumgänglich – Kosten explodieren
Die Möglichkeiten für einen Aus- oder Umbau des bestehenden Gerätehauses in der Schulstraße sind stark eingeschränkt. Das Grundstück lässt keine Erweiterung zu, und die Ausfahrt auf die Straße ist für die modernen Feuerwehrfahrzeuge ohnehin zu knapp bemessen. Daher stand relativ schnell fest, dass nur ein kompletter Neubau infrage kommt. Die Pläne dafür liegen bereits vor, doch die Finanzierung gestaltet sich äußerst schwierig.
Die Gesamtkosten für das neue Feuerwehrgerätehaus belaufen sich auf rund 7 Millionen Euro. Geplant ist der Bau am Kreisverkehr in der Carl-Meier-Straße. Bei der derzeit angespannten Haushaltslage der Stadt ist dies ein gewaltiges finanzielles Unterfangen, das ohne umfangreiche Fördermittel nicht zu stemmen ist.
Bürgermeister Grund sucht weitere Finanzierungsquellen
Bürgermeister Andreas Grund (parteilos) hatte in den vergangenen Monaten intensiven Kontakt mit Staatssekretären aus dem Ministerium für Bau und Inneres gepflegt. Die nun in Aussicht gestellten 600.000 Euro sind zwar ein erster wichtiger Schritt, reichen aber bei weitem nicht aus. Die Stadt ist daher auf zusätzliche Fördermittel angewiesen und will sich um weitere Gelder bewerben.
Innenminister Pegel wies darauf hin, dass die Frist für entsprechende Anträge bereits am 30. April endet. Eine Entscheidung über die Bewilligung wird für Ende Juni erwartet. Für die Stadtverwaltung ist klar, dass Strelitz-Alt Vorrang hat, da die Bedingungen dort besonders kritisch sind.
Historisches Gebäude aus dem 19. Jahrhundert
Das aktuelle Feuerwehrgerätehaus in Strelitz-Alt ist über 150 Jahre alt und war ursprünglich eine Wagenhalle. Es entspricht in keiner Weise mehr den modernen Anforderungen an Brandschutz und Einsatzkräfte. Sollte der Neubau realisiert werden, könnte das historische Gebäude zu einem Begegnungszentrum umgewandelt werden, wie es die Rahmenplanung für die Sanierung des gesamten Stadtgebietes vorsieht.
Auch andere Ortsfeuerwehren benötigen Modernisierung
Neustrelitz verfügt über insgesamt vier Ortsfeuerwehren. Neben Strelitz-Alt benötigen auch die Wehren in Neustrelitz selbst, Klein Trebbow und Fürstensee modernisierte Gebäude. Der Zustand des Hauses an der Louisenstraße in Neustrelitz sei zwar ebenfalls verbesserungswürdig, aber nicht so kritisch wie in Strelitz-Alt.
Bürgermeister Grund wies gegenüber Innenminister Pegel darauf hin, dass die kleineren Wehren in Klein Trebbow und Fürstensee besonders wichtig sind, um die gesetzlich vorgeschriebene maximale Einsatzzeit von zehn Minuten einhalten zu können. Dies sei mit den derzeitigen Gegebenheiten oft schwer zu realisieren.
Die Stadt Neustrelitz steht vor einer großen Herausforderung: Einerseits muss dringend die Feuerwehr-Infrastruktur modernisiert werden, andererseits sind die finanziellen Spielräume begrenzt. Die nun in Aussicht gestellten Fördergelder sind ein erster Hoffnungsschimmer, doch der Weg zu einem neuen Feuerwehrgerätehaus ist noch lang und steinig.



